Bald marokkanisches Hasch legal in die Niederlande importiert?
Während die Niederlande ihr reguliertes Experiment mit Cannabis fortsetzen, werden immer mehr Stimmen laut, die die Regierung auffordern, ein Schlüsselelement zu überprüfen: das Fehlen von marokkanischem Haschisch.
Ein neuer Vorschlag, der Anfang des Monats an die Bürgermeister der teilnehmenden Gemeinden verschickt wurde, schlägt vor, die legale Einfuhr von Haschisch aus Marokko zuzulassen, um der anhaltenden Nachfrage der Konsumenten gerecht zu werden und ein vorzeitiges Scheitern des Pilotprojekts zu verhindern.
Zeitweilige Toleranz gegenüber Versorgungsengpässen
Das regulierte Cannabisexperiment, das am 7. April offiziell gestartet wurde, zielt darauf ab, eine legale Lieferkette für Cannabisprodukte in zehn niederländischen Gemeinden zu schaffen. Ihre Umsetzung hat sich verzögert, insbesondere im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Haschisch.
Seit Beginn des Versuchs wurde der Verkauf von ausländischem Haschisch in Coffeeshops vorübergehend toleriert, was eine Ausnahme vom ursprünglichen Rahmen des Versuchs darstellt.
Diese zweimonatige Toleranzfrist, die am 10. Juni endet, wurde aufgrund von Qualitätsproblemen und einer begrenzten Versorgung mit legalem Haschisch gewährt.
Laut Derrick Bergman, dem Vorsitzenden der Stiftung für die Abschaffung der Cannabisprohibition, spiegelt diese Toleranz den einzigartigen Ansatz der Niederlande in der Drogenpolitik wider: „Ein typisches Beispiel für die niederländische Toleranz“, erklärt er gegenüber Cannabisindustrie.nl.
Er fügt hinzu, dass der ursprüngliche Plan vorsah, dass das Experiment erst beginnen sollte, wenn die zehn designierten Anbauer einsatzbereit sind, was bislang noch nicht der Fall ist.
Die Nachfrage nach hochwertigem Haschisch bleibt hoch
Die Plattform Cannabisondernemingen Nederland (PCN) berichtet, dass Haschisch immer noch zwischen 20 und 25 Prozent des Gesamtumsatzes der Coffeeshops ausmacht.
Die niederländischen Cannabiszüchter können die Qualitäten des traditionellen marokkanischen Haschischs nicht reproduzieren, da ihre Sorten in Innenräumen wachsen, im Gegensatz zu Beldia, das in der marokkanischen Region Rif im Freien wächst. Marokkanisches Hasch ist außerdem für seine sanften Wirkungen und seinen höheren CBD-Gehalt als moderne Cannabissorten bekannt.
„Niederländische Züchter sind einfach nicht in der Lage, traditionelles marokkanisches Haschisch herzustellen“, stellt die NKP fest.
Dies hat zu erheblicher Unzufriedenheit unter Coffeeshop-Besitzern und Konsumenten geführt, von denen viele marokkanisches Haschisch als unersetzlich betrachten. Diese Knappheit hat dazu geführt, dass einige Coffeeshops Kunden aufgrund begrenzter Bestände abgewiesen haben.
Rechtliche und technische Machbarkeit der Einfuhr von marokkanischem Haschisch
Die Initiativgruppe für den legalen Import von Haschisch, bestehend aus Pien Metaal (TNI), Kaj Hollemans (KH Legal Advice) und Nicole Maalsté (Acces Interdit), behauptet, dass der Import von legal in Marokko produziertem Haschisch sowohl technisch machbar als auch rechtlich zulässig im Rahmen des Cannabis-Experiments ist.
Der Vorschlag enthält einen detaillierten Logistikplan, der Labortests, eine sichere Lagerung und einen geregelten Transport umfasst. Ziel ist es, Haschisch zu importieren, das in marokkanischen Kooperativen hergestellt wird, die nun legal unter der Aufsicht der Nationalen Agentur für die Regulierung von Cannabisaktivitäten (ANRAC) operieren.
Die Befürworter des Vorschlags argumentieren, dass diese Maßnahme dazu beitragen könnte, die Glaubwürdigkeit des Cannabisexperiments zu retten und gleichzeitig den legalen Cannabissektor in Marokko zu unterstützen, der derzeit mit einem Überschuss an unverkauftem legalem Haschisch konfrontiert ist. Schafrat betont, dass der Import von marokkanischem Haschisch „zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt“, indem er den niederländischen Markt stabilisiert und den marokkanischen Genossenschaften einen tragfähigen Absatzmarkt für ihre Exporte bietet.
Im Rahmen dieses Projekts würde ein zugelassener niederländischer Importeur für die Einfuhr, Lagerung, Verarbeitung und den Vertrieb von marokkanischem Haschisch gemäß dem Versuchsrahmen zuständig sein. Alle Produkte würden zentralen Labortests unterzogen und über eine sichere Logistik an die teilnehmenden Coffeeshops geliefert.
Wenn dieser Plan angenommen wird, könnte er einen Präzedenzfall für zukünftige legale Cannabisimporte schaffen und die Verbindungen zwischen den europäischen Märkten und den traditionellen Anbauregionen wie Marokko stärken.
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