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Indien setzt auf Cannabis-Genetik, um einen zukünftigen medizinischen Markt zu strukturieren

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Recherchen zu Cannabis in Indien
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Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren hat die indische Regierung öffentliche Mittel für ein Forschungsprojekt zu Cannabis bereitgestellt.

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Die Förderung wurde Delta Botanicals & Research, einem Cannabis- und Hanfforschungsunternehmen mit Sitz in Bhubaneswar, über das indische Ministerium für Landwirtschaft und Wohlfahrt der Landwirte gewährt, wie uns BusinessOfCannabis mitgeteilt wurde. Die Finanzierung wird ein mehrjähriges Programm unterstützen, das sich auf eines der grundlegendsten und oft übersehenen Hindernisse für die Steigerung der Cannabisproduktion in Indien konzentriert: die Genetik.

In den kommenden Monaten wird Delta an der Entwicklung samenfester Sorten arbeiten, die sowohl für den Anbau von Industriehanf als auch für die Produktion von Cannabis in pharmazeutischer Qualität geeignet sind. Ziel ist es, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig eine einheitliche Extraktion und klinische Forschung zu ermöglichen.

Vikramm Mitra, Mitbegründer und Geschäftsführer von Delta, stellte das Projekt als einen Wendepunkt für die Branche dar. „Wenn es uns gelingt, das genetische Problem zu lösen, wird das alles verändern“, sagte er. „Ohne stabile Genetik ist es unmöglich, Extrakte zu standardisieren, und ohne Standardisierung ist es unmöglich, einen pharmazeutischen Markt aufzubauen… Es handelt sich nicht nur um ein Forschungsprojekt; es geht darum, die Grundlage für die gesamte Cannabisindustrie in Indien zu legen.“

Ein wichtiger Schritt seit dem indischen Betäubungsmittelgesetz von 1985

Diese Entscheidung markiert den ersten bekannten Fall einer öffentlichen Finanzierung der Forschung zur Auswahl von Cannabissamen, die einem Privatunternehmen gewährt wurde, seit Indien 1985 das Gesetz über Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen verabschiedet hat.

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Indien wird zwar historisch mit Cannabis in Verbindung gebracht, doch seine moderne kommerzielle Entwicklung ist fragmentiert geblieben. Für die Befürworter eines regulierten Marktes gilt diese Subvention als symbolischer Wendepunkt: ein Zeichen, dass die Regierung bereit sein könnte, in die vorgelagerte wissenschaftliche Infrastruktur zu investieren, die für die Entwicklung glaubwürdiger Cannabismedikamente erforderlich ist.

Der Zuschuss wird im Rahmen des Rashtriya Krishi Vikas Yojana-Programms von Premierminister Narendra Modi unter dem National Farmers Development Scheme mit Unterstützung des Indira Gandhi Krishi Vishwavidyalaya Agribusiness Incubation Centre gewährt.

Abgesehen von seinen landwirtschaftlichen Auswirkungen könnte dieses Programm auch für Indiens pharmazeutische Ambitionen von strategischer Bedeutung sein. Indien, das oft als „Apotheke der Welt“ bezeichnet wird, produziert etwa 20% des weltweiten Angebots an Generika, und Cannabis-basierte Pharmazeutika könnten eine zukünftige Erweiterung dieser Dominanz darstellen.

Warum ist die Stabilität von Cannabissamen wichtig?

Deltas Arbeit wird sich auf die Phänotypisierung und Genotypisierung von lokalen Cannabissorten aus Regionen wie Himalaya und Odisha in Verbindung mit kontrollierten Indoor- und Outdoor-Anbauversuchen konzentrieren.

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Ziel ist die Entwicklung von Samensorten, die zuverlässig die von der Hanf-Verordnung geforderten THC-Grenzwerte einhalten können und gleichzeitig die für die pharmazeutische Standardisierung erforderlichen homogenen Cannabinoidprofile bieten.

Mitra sagt, dass das Fehlen einer stabilen Genetik eine kritische Schwachstelle entlang der gesamten Lieferkette darstellt. „Einer der größten Engpässe im indischen Cannabis-Ökosystem wird selten erwähnt: die Samen“, sagte er und warnte, dass die Inkonsistenz des Pflanzenmaterials alles Downstream erschwert, vom Anbau bis hin zu klinischen Studien.

Für industrielle Hanfbauern kann eine unbeständige Genetik dazu führen, dass die Ernte die gesetzlichen THC-Grenzwerte überschreitet, wodurch potenziell eine ganze Ernte zu einem Risiko der Nichteinhaltung der Vorschriften wird. Bei der Entwicklung von medizinischem Cannabis erschweren inkonsistente chemische Profile die Herstellung standardisierter Extrakte oder die Generierung reproduzierbarer klinischer Daten, die beide für die Erlangung einer behördlichen Genehmigung entscheidend sind.

„Der pharmazeutische Weg beginnt nicht im Labor“, sagte Mitra. „Er beginnt mit der Pflanze“

Zwischen Ayurveda und pharmazeutischen Ambitionen

Die Förderung kommt zu einer Zeit, in der der legale Cannabissektor in Indien weiter wächst, maßgeblich getragen vom Ayurveda-Rahmenwerk des Landes. In diesem System wird Cannabis, das in Sanskrit als „Vijaya“ bekannt ist, in der Regel in Formulierungen aus mehreren Pflanzen und nicht in Form von isolierten Cannabinoiden wie THC oder CBD verwendet.

Dieses Modell hat das schnelle Wachstum von Produkten wie Ölen, Kapseln und essbaren Produkten begünstigt, die zur Linderung von Schmerzen, Angstzuständen oder Schlafstörungen vermarktet werden. Es hat aber auch regulatorische Fragen aufgeworfen, da bei vielen ayurvedischen Cannabisprodukten der genaue Cannabinoidgehalt nicht angegeben wird und es oft keine standardisierte Dosierung gibt.

Gleichzeitig verlegen sich die Unternehmen zunehmend auf moderne Konsumformate wie Gummibärchen und Getränke. Einige dieser Produkte sollen nach ayurvedischen Regeln zugelassen worden sein, obwohl sie eher Wellness-Produkten ähneln.

Die Regulierungsbehörden scheinen ihre Aufsicht jedoch zu verstärken. Die Genehmigung neuer ayurvedischer Formulierungen auf Cannabisbasis wurde von regionalen Behörden auf zentrale Stellen übertragen, wobei strengere Anforderungen an Sicherheits- und Toxizitätsdaten gestellt werden.

Laut Mitra verlangen die politischen Entscheidungsträger zunehmend lokale Daten. „Was die Regulierungsbehörden verlangen, sind ganz klare Daten. Nicht nur internationale Daten, sondern Daten, die über die indische Bevölkerung und aus Pflanzen, die unter indischen Bedingungen angebaut werden, generiert werden.“

Deltas genetisches Programm könnte somit die wissenschaftlichen Grundlagen liefern, die Indien benötigt, um von schwach regulierten pflanzlichen Produkten zu einer stärker standardisierten Cannabis-Pharmaindustrie überzugehen.

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