Spezifischer Cannabisextrakt erzielt gute Ergebnisse bei chronischen Rückenschmerzen
Ein in Deutschland entwickelter Cannabisextrakt hat sich bei der Verringerung von chronischen Rückenschmerzen als wirksam erwiesen, wie eine klinische Studie mit mehr als 800 Patienten ergab, die in Nature Medicine veröffentlicht wurde.
Der Cannabisextrakt VER-01
Das getestete Medikament, das als VER-01 bekannt ist, wird vom Pharmaunternehmen Vertanical aus einem Stamm von Jack Herer (patentierte Sorte DKJ127) hergestellt. Der Full-Spectrum-Extrakt enthält 5% THC, mit Sesamöl als Trägerstoff, und jede Dosis liefert 2,5 Milligramm THC, eine relativ geringe Dosis, um keine psychotropen Wirkungen auszulösen, 0,1 mg Cannabigerol und 0,02 mg Cannabidiol
Patienten, die an der 12-wöchigen placebokontrollierten Doppelblindstudie teilnahmen, berichteten über eine Schmerzreduktion von 1,9 Punkten auf einer 11-Punkte-Skala, verglichen mit 0,6 Punkten in der Placebo-Gruppe. Diejenigen, die die Behandlung sechs Monate lang fortsetzten, berichteten über eine noch stärkere Reduzierung um bis zu 2,9 Punkte sowie über Verbesserungen des Schlafs, der körperlichen Funktionen und der allgemeinen Lebensqualität.
Der leitende Forscher, Dr. Matthias Karst, Professor für Schmerzmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover, bestätigte, dass die Patienten nicht die „euphorisierenden Effekte“ verspürten, die üblicherweise mit dem Konsum von Cannabis in Verbindung gebracht werden.
Obwohl VER-01 im Allgemeinen gut vertragen wurde, verspürten einige Patienten Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und einen trockenen Mund. Diese Nebenwirkungen waren in der Regel vorübergehend und nahmen mit der Zeit ab. Etwa 17% der Teilnehmer brachen die Studie aufgrund von Nebenwirkungen vorzeitig ab, was eine niedrigere Abbruchrate darstellt als die, die üblicherweise in Opioidstudien beobachtet wird.
Laut Karst legen die Ergebnisse nahe, dass Cannabis „bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen die Schmerzen erheblich reduzieren und die körperliche Funktion verbessern kann, ohne die üblicherweise mit Opioiden assoziierten Sicherheitsprobleme„.
Auf dem Weg zur behördlichen Zulassung
Vertanical hat bereits einen Antrag auf Zulassung von VER-01 bei den Europäischen Regulierungsbehörden eingereicht. In den USA arbeitet das Unternehmen mit der Food and Drug Administration (FDA) zusammen, um weitere Studien zu konzipieren, die den Weg für eine mögliche Zulassung ebnen könnten.
Im Falle einer Zulassung könnte VER-01 einen großen Fortschritt in der Behandlung chronischer Schmerzen darstellen, indem es eine Alternative zu Opioiden und frei verkäuflichen Schmerzmitteln mit weniger langfristigen Risiken bietet.
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