UNO ernennt Expertengruppe, um die Zukunft der globalen Drogenpolitik zu definieren
Die Suchtstoffkommission (CND) hat offiziell eine Expertengruppe aus 19 Mitgliedern vorgestellt, die Empfehlungen für die 2029-Überprüfung der internationalen Verträge zur Drogenkontrolle ausarbeiten soll. Obwohl diese Initiative prozeduraler Natur ist, könnte sie weitreichende Folgen für die Regulierung von Cannabis, die Schadensminderung und die allgemeinere Entwicklung der weltweiten Drogenpolitik haben.
Sitzung der CND in Wien angekündigt, hat er ein klares Mandat: Er soll „klare, spezifische und umsetzbare“ Empfehlungen aussprechen, um die Umsetzung der bestehenden Verträge vor der Frist 2029 zu verbessern.
Eine strategische Gruppe mit globalem Einfluss
Diese Expertengruppe wurde im Rahmen der Resolution 68/6 zur Stärkung des internationalen Drogenkontrollsystems eingerichtet. Sie vereint persönlich handelnde Spezialisten aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichem institutionellem Hintergrund.
Zehn Mitglieder wurden direkt von der CND ausgewählt, fünf vom Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres, drei vom Internationalen Suchtstoffkontrollamt und eines von der Weltgesundheitsorganisation. Diese Struktur stellt sicher, dass die Gruppe Perspektiven aus den Bereichen Diplomatie, öffentliche Gesundheit und Durchsetzung von Drogenkontrollgesetzen einbezieht.
Zu den ernannten Experten gehören Persönlichkeiten aus Europa, Asien, Afrika und Nord- und Südamerika, darunter Vertreter aus Ländern wie Kanada, Marokko, Indien und den Niederlanden. Den gemeinsamen Vorsitz der Gruppe werden Allan Rock und Natalie Yu-Lin Morris-Sharma führen, deren Ernennung per Akklamation die Zusammensetzung der Gruppe abschloss.
„Ich bin überzeugt, dass das kollektive Fachwissen und die Erfahrung, die in dieser Gruppe vertreten sind, zu fundierten und konstruktiven Überlegungen zur Unterstützung der Arbeit der Kommission beitragen werden“, sagte Andranik Hovhannisyan, Vorsitzender der CND.
Hier ist die vollständige Zusammensetzung des Gremiums
- César ARCE RIVAS (Paraguay)
- Pavel BÉM (Tschechische Republik)
- Yacine BOUMRAH (Algerien)
- Cornelis DE JONCHEERE (Königreich der Niederlande)
- Michael FARRELL (Australien)
- Alexis GOOSDEEL (Belgien)
- Olga GVOZDETSKA (Ukraine)
- Alberto HART (Peru)
- Adeeba KAMARULZAMAN (Malaysia)
- Natalie Yu-Lin MORRIS-SHARMA (Singapur)
- Jagjit PAVADIA (Indien)
- Virginia Patton PRUGH (Vereinigte Staaten von Amerika)
- Allan ROCK (Kanada)
- Milton ROMANÍ GERNER (Uruguay)
- Khaled SHAMAA (Ägypten)
- Xiaojing SHAN (China)
- Elīna ŠTEINERTE (Lettland)
- Khalid TINASTI (Marokko)
- Renán VILLACÍS (Ecuador)
2029 im Visier: Cannabis und Vertragsflexibilität unter der Lupe
Die Einrichtung dieser Gruppe erfolgt zu einer Zeit, in der die Unterschiede zwischen den globalen Drogenpolitiken immer größer werden, insbesondere in Bezug auf Cannabis. Während einige Rechtsordnungen weiterhin mit regulierten Märkten experimentieren, verstärken andere ihre prohibitionistischen Ansätze oder räumen der Prävention und Rehabilitation Vorrang ein.
Die künftigen Empfehlungen der Expertengruppe dürften direkten Einfluss darauf haben, wie Themen wie die Cannabisregulierung, die Reform der Strafjustiz und die Flexibilität der Verträge bei der Überprüfung im Jahr 2029 behandelt werden. Nach Ansicht von Beobachtern könnte das Gleichgewicht der Zuständigkeiten innerhalb der Gruppe darüber entscheiden, ob sich das internationale System weiterentwickelt oder weitgehend unverändert bleibt.
Tatsächlich zeigten die Debatten auf der Tagung in Wien tiefe Spaltungen auf. Einige Interessengruppen bestanden auf strengeren Rahmenbedingungen für die öffentliche Gesundheit, während andere die Wirksamkeit der seit langem bestehenden Strafverfolgungsstrategien in Frage stellten. Diese Spannungen dürften die Arbeit der Expertengruppe in den kommenden Jahren prägen.
Zwischen Debatten über die öffentliche Gesundheit und über die Reform
Über die Expertengruppe selbst hinaus haben die breiter angelegten Diskussionen auf der CND eine sich verändernde globale Landschaft hervorgehoben. Prävention, Behandlung und Rehabilitation waren neben den laufenden Debatten über die Schadensminderung die Leitthemen.
Die Stimmen aus der Zivilgesellschaft und der Politik stellen den Status quo weiterhin in Frage. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro beispielsweise kritisierte die jahrzehntelange angebotsorientierte Repression mit dem Argument, dass die großen Drogenhandelsnetzwerke nach wie vor weitgehend unberührt bleiben.
Gleichzeitig plädieren andere Akteure für strengere Rahmenbedingungen. Kevin Sabet von Smart Approaches to Marijuana, dem amerikanischen Jean Costentin, verteidigte ein auf Prävention ausgerichtetes Modell und erklärte: „Die Idee, dass wir diese Substanzen sicher regulieren können, hat sich als völliger Fehlschlag erwiesen.“
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