Neuer Gesetzentwurf in Georgien definiert den Zugang zu medizinischem Cannabis für Patienten neu
Die Gesetzgeber des US-Bundesstaates Georgia haben beschlossen, den Zugang zu medizinischem Cannabis zu erweitern, indem sie parteiübergreifend einen Reformgesetzentwurf verabschiedeten, mit dem das bereits restriktive System modernisiert werden soll.
Reform durch Zugangsprobleme für Patienten motiviert
Der Gesetzentwurf, der als Senate Bill 220 bekannt ist, wurde vom Repräsentantenhaus von Georgia mit großer Mehrheit verabschiedet. Sein erklärtes Ziel ist klar: ein Programm zu verbessern, das es nach Ansicht vieler Akteure nicht geschafft hat, die Bedürfnisse der Patienten angemessen zu erfüllen.
Das Programm für medizinisches Cannabis in Georgien wurde wegen seines begrenzten Umfangs kritisiert, sowohl was die in Frage kommenden Erkrankungen als auch die verfügbaren Produktformate betrifft. Die Reform versucht, diese Mängel zu beheben, indem sie die Kriterien für die Anspruchsberechtigung erweitert und die Vorschriften anpasst, um die tatsächliche medizinische Praxis besser widerzuspiegeln.
Eine der vom Gesetzentwurf getragenen Änderungen ist die Erweiterung der förderfähigen Erkrankungen. Patienten mit Lupus, schwerer Arthritis und schwerer Schlaflosigkeit könnten bald für eine Behandlung in Frage kommen. Die Gesetzgebung hebt auch die Anforderung auf, dass bestimmte Krankheiten wie Krebs oder Parkinson-Krankheit als „schwer oder im Endstadium“ eingestuft werden müssen, um für eine Behandlung in Frage zu kommen.
Der Gesetzentwurf überarbeitet auch die Art und Weise, wie die Grenzwerte für THC geregelt werden. Zuvor bei einer Konzentration von 5% gedeckelt, verzichteten die Gesetzgeber darauf, den Grenzwert auf 50% anzuheben, wie ursprünglich vorgeschlagen. Stattdessen führten sie einen Grenzwert ein, der auf der Dosierung von 12.000 Milligramm THC basiert, und passten sich damit stärker an die Verschreibungspraxis in der Schulmedizin an.
Ein weiterer Fortschritt ist die Zulassung der Verdampfung als Methode zur Verabreichung von medizinischem Cannabis, eine Option, die bislang nach georgischem Recht verboten war. Patienten über 21 Jahren wäre es erlaubt, Cannabisprodukte zu verdampfen, die eine schneller wirkende Alternative zu oralen Formulierungen bieten. Das Gesetz behält jedoch strenge Einschränkungen bei: Das Rauchen von Cannabis, der Konsum in der Öffentlichkeit und Produkte wie essbare Produkte oder Süßigkeiten bleiben verboten.
Ein vorsichtiger Ansatz inmitten einer andauernden Debatte
Trotz der breiten Unterstützung hat die Reform nicht alle Bedenken zum Schweigen gebracht. Einige Gesetzgeber stellen weiterhin das Niveau der wissenschaftlichen Beweise in Frage, die einen erweiterten Zugang zu medizinischem Cannabis rechtfertigen, und fordern weitere Forschung und klarere gesetzliche Rahmenbedingungen.
Auf Bundesebene wird THC weiterhin als Substanz in Anhang I eingestuft, obwohl die Diskussionen um eine mögliche Neueinstufung weitergehen. Gleichzeitig stehen Verbindungen wie CBD – die weithin mit therapeutischen Vorteilen wie der Linderung von Epilepsie und Angstzuständen in Verbindung gebracht werden – weiterhin im Mittelpunkt der Debatte über medizinisches Cannabis.
Der neue Gesetzentwurf baut auf einem Jahrzehnt schrittweiser Reformen seit der Verabschiedung des Haleigh’s Hope Act auf, mit dem erstmals Öl mit niedrigem THC-Gehalt in Georgia legalisiert und die Grundlage für das aktuelle Programm geschaffen wurde. Seitdem hat der Staat progressiv die Produktion und den Vertrieb ausgeweitet, obwohl Patientenschützer der Meinung sind, dass die Fortschritte zu langsam waren.
Bevor der Gesetzentwurf in Kraft tritt, muss er zur endgültigen Genehmigung an den Senat zurückgehen.
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