Bedrocan
Ende des Monopols für Bedrocan in den Niederlanden
Nach mehr als 20 Jahren eines streng regulierten Systems wird der regulatorische Rahmen für medizinisches Cannabis in den Niederlanden nun geändert. Die von den Behörden eingeleiteten Reformen, die seit 2024 schrittweise angekündigt und 2025 bestätigt wurden, zielen darauf ab, die Marktorganisation flexibler zu gestalten und gleichzeitig die Kontinuität der Versorgung und die Anforderungen der öffentlichen Gesundheit zu wahren.
Für Bedrocan, seit zwei Jahrzehnten exklusiver Lieferant von medizinischem Cannabis für den niederländischen Staat, bedeutet dieser Übergang das angekündigte Ende eines historischen Monopols. Dies erklärt auch ihre Rückkehr in kanadische Gefilde und ihre jüngste Ankündigung einer Partnerschaft mit einem deutschen Unternehmen, um Patienten auf der anderen Seite des Rheins zu beliefern.
Bedrocan orientiert sich an einer neuen Lieferbeziehung
Seit fast 20 Jahren ist Bedrocan der einzige Produzent von medizinischem Cannabis für den niederländischen Staat. Diese exklusive Position wird nun aufgelöst, da die Regierung ein neues Beschaffungsmodell vorbereitet.
Laut einer von Cannabisindustrie.nl weitergeleiteten Pressemitteilung des Unternehmens wird das von Bedrocan produzierte medizinische Cannabis das ganze Jahr 2026 über in niederländischen Apotheken erhältlich bleiben, wodurch die Kontinuität der Patientenversorgung während des Übergangs gewährleistet wird.
Diese Änderung war ursprünglich für 2025 geplant, wurde jedoch auf den 1. Januar 2026 verschoben, um den Behörden mehr Zeit für die Vorbereitung des regulatorischen und betrieblichen Rahmens zu geben. Bedrocans CEO, Jaap Erkelens, stellte die Änderung als geplant und handhabbar dar: „Obwohl dieser Übergang aufgrund früherer Ankündigungen des Gesundheitsministers erwartet wurde, beabsichtigen wir, eine kontinuierliche Versorgung des niederländischen Marktes mit medizinischem Cannabis in der Zukunft sicherzustellen.“
Bedrocan produziert derzeit fünf standardisierte Sorten in den Niederlanden, die jeweils durch spezifische THC- und CBD-Verhältnisse definiert sind, und bleibt eine Schlüsselreferenz für die Produktion in pharmazeutischer Qualität.
Eine reduzierte Rolle für das Büro für medizinisches Cannabis
Eine der Säulen der Reform ist die geplante Änderung des Opiumgesetzes, die die Verantwortlichkeiten des Büros für medizinisches Cannabis (BMC) erheblich einschränken wird. Anstatt als alleiniger Käufer, Verkäufer und Exporteur zu agieren, soll sich das BMC in eine administrative und überwachende Rolle entwickeln und sich hauptsächlich auf Import- und Exportlizenzen konzentrieren.
Diese Veränderung dürfte die Tür für andere Produzenten und Händler öffnen, die im Rahmen der Ausnahmeregelungen des Opiumgesetzes tätig sind. Wie Erkelens bemerkte, könnte die geringere Rolle des BMC „potenziell mehr Möglichkeiten für die Herstellung und den Vertrieb von medizinischem Cannabis schaffen“.
Frühere Versuche, die Lieferanten zu diversifizieren, stießen jedoch auf Schwierigkeiten: Es gab eine Ausschreibung, die jedoch nach dem Rückzug von Unternehmen wie Xebra und Aurora abgebrochen wurde, und das gesamte Verfahren wurde schließlich eingestellt.
Schrittweise Liberalisierung unter strenger Beobachtung
In einem Brief an das Parlament im Juni 2024 legte die damalige Gesundheitsministerin Pia Dijkstra einen Plan zur schrittweisen Öffnung des Marktes für medizinisches Cannabis vor. Ab dem 1. September 2024 wurde Cannabispräparaten, der wissenschaftlichen Forschung und dem Gelegenheitshandel mehr Spielraum eingeräumt. „Unser Ziel ist es, die Möglichkeiten in diesem Sektor zu erweitern, ohne das Risiko des Missbrauchs in unannehmbarer Weise zu erhöhen“, sagte sie.
Die späteren Phasen ermöglichen einen Handel ohne Mengen- oder Häufigkeitsbegrenzung, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: Cannabis Flos (Cannabisblüten) für Apotheken bleiben vorerst in der alleinigen Verantwortung des BMC. Die letzte Phase der Politik, die für Januar 2026 geplant ist, umfasst die Reorganisation des BMC und eine Überprüfung der geschlossenen Lieferkette.
Im Februar 2025 räumte das Ministerium Verzögerungen bei der Umsetzung der zweiten Phase der Politik ein, die hauptsächlich auf die Notwendigkeit der Einstellung und Ausbildung von Inspektoren zurückzuführen waren. Das überarbeitete Ziel sollte der 1. Januar 2026 bleiben, gefolgt von einer vollständigen gesetzlichen Neufassung bis spätestens 2027.
Und obwohl sich der Zeitplan geändert hat, ist die Richtung klar: Die Niederlande bewegen sich weg von einem zentralisierten Monopol und hin zu einem offeneren Markt für medizinisches Cannabis.