Reicht die Bestrahlung aus, um Cannabis zu sanieren? Kanadische Studie lässt Zweifel aufkommen
Die Gamma-Bestrahlung wird heute bei der Herstellung von therapeutischem und Freizeit-Cannabis weit verbreitet eingesetzt, um die mikrobielle Belastung der getrockneten Blüten zu reduzieren. Diese Methode, die angeblich die Produkte vor dem Inverkehrbringen sterilisieren soll, wird jedoch von einer Studie der McGill University in Frage gestellt, die Ende 2025 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Toxins veröffentlicht wurde.
Die Forscher zeigen, dass die Bestrahlung zwar die nachweisbaren Bakterien und Schimmelpilze stark reduziert, einige toxigene Pilze sowie die von ihnen produzierten Mykotoxine jedoch nicht vollständig beseitigt. Eine Situation, die insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem als besorgniserregend angesehen wird.
Unterschätzte Gesundheitsrisiken
Nach Angaben des Forschungsteams wurden lebensfähige Sporen gefunden, die zu wohlbekannten Gattungen wie Aspergillus gehören, Penicillium oder Fusarium bestehen nach der Bestrahlung fort. Diese Pilze sind in der Lage, gefährliche Toxine zu produzieren, wie Aflatoxine, Ochratoxine oder Deoxynivalenol (DON).
Gold, fast 70% des Cannabis wird durch Inhalation konsumiert, wodurch diese Sporen und Rückstände direkt in die Lunge gelangen können. Die Studie erinnert daran, dass Fälle von Lungenmykosen sowohl bei immunsupprimierten Patienten als auch bei gesunden Konsumenten dokumentiert wurden.
„Eine einzige lebensfähige Spore reicht aus, um eine Krankheit zu verursachen; deshalb mussten wir die Analyse über die Grenzen des ELISA-Tests hinaus erweitern“, betont Saji George, Co-Autor der Studie.
Unzureichende Kontrollmethoden
Um die Kontamination zu bewerten, analysierten die Forscher unbestrahlte, bestrahlte und von autorisierten Erzeugern stammende Blüten, wobei sie drei Ansätze kombinierten: mikrobiologische Kulturen, PCR/qPCR-Tests zum Nachweis von Pilz-DNA und ELISA-Analysen zur Quantifizierung von Toxinen.
Ergebnis: Selbst wenn die Produkte die kanadischen gesetzlichen Grenzwerte für Hefe und Schimmelpilze einhalten, bleiben Pilz-DNA-Spuren und Restmykotoxine nachweisbar. Die Autoren sind der Ansicht, dass die derzeit in der Industrie verwendeten Tests die tatsächlichen Risiken unterschätzen können, da sie lebensfähige Sporen nicht systematisch aufspüren.
„Die gängigen, hochmodernen Analysemethoden […] sind nicht in der Lage, lebende Sporen zu erkennen“, warnt das McGill-Team.
Prävention und Hygiene als Schlüsselhebel
Angesichts dieser Einschränkungen betonen die Forscher die Bedeutung der Prävention, anstatt nur auf die Sterilisation am Ende der Kette zu setzen. Cannabisblüten, die reich an Harzen sind, bilden eine besonders günstige Umgebung für das Wachstum von Pilzen.
„Cannabisblüten enthalten klebrige Harze, die eine Kontamination stark begünstigen“, erklärt Mamta Rani, Mitautorin der Studie. Sie macht deutlich, dass in allen Phasen, vom Anbau bis zur Lagerung, erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist.
Einigen Unternehmen gelingt es jedoch, dank kontrollierter Umgebungen und strenger Hygieneprotokolle Blumen zu produzieren, die nahezu frei von Kontaminationen sind. Das McGill-Team arbeitet auch mit der Industrie zusammen, um biologische Lösungen zu erforschen, wie die Verwendung von nützlichen Bakterien, um die Ansiedlung von Pilzen zu begrenzen.
Die Autoren plädieren nicht für eine Ablehnung der Bestrahlung, sondern für eine Entwicklung der Sicherheitsstandards, insbesondere für Cannabis für medizinische Zwecke. Sie fordern Kontrollen, die Kultur-, Molekular- und Immunanalysen kombinieren, um die am meisten gefährdeten Konsumenten besser zu schützen.
„Wir wollen nicht das Image der Industrie schädigen, sondern ihre Lebensfähigkeit sichern und Leitlinien für die Herstellung sicherer Produkte bereitstellen“, schließt Saji George.
>
-
Nachrichten über Cannabis3 Wochen ago
Quick Hit Januar 2026: Was wir in den letzten Wochen verpasst haben
-
Cannabis in Europa2 Wochen agoBosnien und Herzegowina öffnet Tür für medizinisches Cannabis
-
Business3 Wochen ago
Cannabis Europa kehrt am 19. Februar 2026 nach Paris zurück
-
CBD2 Wochen agoCBD hat laut einer neuen Studie ein breites Antitumor-Potenzial
-
Cannabis in Frankreich3 Wochen ago
Neukaledonien legt den Grundstein für einen regulierten Sektor für tropischen Hanf bis 2030
-
Cannabis in Spanien2 Wochen ago[VIDEO] Der Wizard Social Club: Barcelonas magischster Cannabis-Club
-
Business1 Woche agoOhio überschreitet im ersten Jahr der Legalisierung eine Milliarde Dollar an Cannabisverkäufen
-
Business2 Wochen agoGhana wendet sich an die Tschechische Republik, um seine Cannabisindustrie zu strukturieren

