Tschechisches Cannabis-Magazin Legalizace wegen „Förderung der Drogensucht“ angeklagt, bekommt schließlich Recht
In einer wichtigen Entscheidung hat das tschechische Verfassungsgericht eine frühere Entscheidung gegen Robert Veverka, Berater der Piratenpartei und ehemaliger Chefredakteur des tschechischen Cannabismagazins Legalizace, aufgehoben, der der „Förderung der Drogensucht“ beschuldigt wurde.
Das Gericht urteilte, dass die Einschränkung solcher Veröffentlichungen das demokratische Prinzip der Meinungsfreiheit verletzt.
Hintergrund: Die Argumente gegen Legalizace
Robert Veverka und seine Publikation Legalizace wurden beschuldigt, „Drogensucht zu verbreiten“. Seit 2010 diente das Magazin als Plattform für Expertenartikel über Cannabis und förderte den öffentlichen Diskurs zu Themen, die von Anbaupraktiken bis hin zu einer Reform der Drogenpolitik reichten.
Das Bezirksgericht Bruntál verurteilte Robert Veverka zunächst zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe, die das Regionalgericht Ostrava später auf eine Viertelmillion Kronen (10.000 Euro) erhöhte. Die Gerichte argumentierten, dass die Zeitschrift Anleitungen zur illegalen Beschaffung und zum illegalen Konsum von Cannabis liefere.
Veverka wies diese Behauptungen vehement zurück und bezeichnete das Urteil als „bolschewistisches Relikt“ und als Bedrohung für die demokratischen Freiheiten.
Die Entscheidung des Verfassungsgerichts
Am 5. Dezember hob das Verfassungsgericht die vorherigen Entscheidungen auf und verwies auf die grundlegende Bedeutung der Meinungsfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft. Richter Tomáš Langášek erklärte, dass in Fällen kontroverser Reden die Wahrung der Freiheit Vorrang haben müsse, selbst auf die Gefahr hin, potenziell schädliche Reden zuzulassen. Er merkte an:
„Ohne eine offene und freie Debatte – selbst über kontroverse Themen wie den Missbrauch von Substanzen – kann die Demokratie nicht effektiv funktionieren.“
Dieses Urteil zwingt das Berufungsgericht, den Fall erneut zu prüfen und dabei die Artikel auszuschließen, die als durch die Meinungsfreiheit geschützt gelten.
Der Schaden ist angerichtet
Diese verschiedenen Rechtskämpfe ruinierten Veverka finanziell und zwangen ihn dazu, Legalizace Ende 2022 nach 12 Jahren und 69 Ausgaben einzustellen. Seine Aktivistenkollegen und Mitglieder der Piratenpartei schlossen sich ihm an, sammelten Spenden und verteidigten öffentlich sein Recht auf Veröffentlichung. Ivan Bartoš, ehemaliger Vorsitzender der Piratenpartei, erklärte:
„Die Piraten werden immer den freien Zugang zu Informationen schützen. Die Gerichte kriminalisieren das Teilen von Informationen, die für die Gesellschaft völlig harmlos sind“
Trotz der finanziellen und emotionalen Kosten bleibt Veverka entschlossen.
„Es ging darum, die Meinungsfreiheit und das Recht auf Information zu schützen“, sagte er und versprach, sich weiterhin für rationale Reformen der Drogenpolitik einzusetzen.
Der Cannabisaktivist Lukas Hurt, Partner von Robert Veverka und beide Mitherausgeber von Konopí, einem Magazin mit Schwerpunkt auf medizinischem Cannabis, begrüßte die Entscheidung mit den Worten: „Diese Entscheidung ist ein Sieg, nicht nur für Cannabis, sondern auch für Europa [und] für die Freiheit unserer Pflanze und für die Demokratie selbst.“
Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Tschechische Republik an der Reform ihrer Drogengesetze im Allgemeinen und Cannabis im Besonderen arbeitet, wobei sie vor kurzem den Eigenanbau entkriminalisiert hat, während sie auf eine mögliche umfassendere Legalisierung wartet.
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