Cookies muss in einem Rechtsstreit mit seinen Investoren 61,5 Millionen Dollar zahlen
Für Cookies ist es noch nicht vorbei mit den rechtlichen Turbulenzen. Cookies Creative Consulting & Promotions (CCC&P) wurde durch einen Schiedsspruch zu einer Zahlung von mehr als 61,5 Millionen Dollar zugunsten von Gron Ventures Fund I und Red Tech Holdings, zwei langjährigen Investoren des Unternehmens, verurteilt.
Die am 9. September von Gron Ventures bekannt gegebene Entscheidung erfolgte nach einer mehr als zwanzig Tage dauernden Verhandlung. Laut Gron umfasst der Betrag insbesondere Schadensersatz sowie Gerichts- und Anwaltskosten.
15,5 Millionen Dollar in Cookies investiert
Die Beziehungen zwischen Cookies, Gron Ventures und Red Tech reichen bis in die Jahre 2019 und 2020 zurück. Red Tech soll damals 10 Millionen Dollar investiert haben, während Gron 5,5 Millionen in Form von wandelbaren Schuldverschreibungen beisteuerte.
Der Konflikt dreht sich insbesondere um ein geplantes Transaktionsvorhaben, das es den beiden Investoren ermöglichen sollte, ihre Beteiligungen für rund 57 Millionen Dollar zu veräußern.
Nach Angaben von Gron kam der Schiedsrichter zu dem Schluss, dass Cookies und sein Vorsitzender Parker Berling diese Transaktion vor einer Serie-A-Finanzierungsrunde zum Scheitern gebracht hätten, die die Position der Investoren grundlegend verändert habe. Gron behauptet, der Schiedsrichter habe diese Transaktion als „Scheinaktion“ bezeichnet und festgestellt, dass sie insbesondere die Beteiligung von Red Tech zunichte gemacht und die von Gron stark reduziert habe.
Der Ankündigung des Investors zufolge wurde Parker Berling persönlich wegen Wertpapierbetrugs und vorsätzlicher Vertragsbeeinträchtigung haftbar gemacht. Die Forderungen von Cookies, die sich auf über 60 Millionen Dollar beliefen, sollen hingegen zurückgewiesen worden sein.
Berner und die Frage nach der Kontrolle über Cookies
Hinter dem finanziellen Konflikt verbirgt sich eine weitere Frage: Wer kontrolliert Cookies heute?
Laut Gron soll Gilbert „Berner“ Milam, Gründer und historisches Gesicht der Marke, seine Ämter als CEO und Vorstandsmitglied niedergelegt haben, um seine Aktivitäten über Cookies SF fortzusetzen. Letzteres sei zudem in ein separates Verfahren bezüglich der Kontrolle über das geistige Eigentum und die Marken von Cookies verwickelt.
Berner seinerseits hat gegenüber Beard Bros Pharm eine ganz andere Sichtweise auf die Situation dargelegt:
„Obwohl sie viele Jahre damit verbracht und mehr als 7.000.000 Dollar ausgegeben haben, um gegen [mich] vorzugehen, kam ein Schiedsrichter kürzlich zu dem Schluss, dass ich kein Fehlverhalten begangen habe. Der zugunsten von Gron ergangene Schiedsspruch richtet sich gegen den ehemaligen Lizenznehmer von Cookies SF, CCC&P, der sich mittlerweile in Insolvenz befindet. Die Marke Cookies hingegen boomt. „Cookies freut sich darauf, in den kommenden Monaten [neue Sorten] auf den Markt zu bringen und diesen Fall hinter sich zu lassen.“
Berner wurde übrigens namentlich von jeglichem Verdacht in dieser Angelegenheit freigesprochen und ist nicht in den Fall verwickelt.
Ein Konflikt, der die Reifung der Cannabisbranche verdeutlicht
Die Affäre Cookies geht über den bloßen Streit zwischen einem Unternehmen und seinen Investoren hinaus. Die Marke hat einen Teil ihres Wertes auf der besonders starken Verbindung zwischen ihrer Identität, ihrem Gründer und der Kultur, aus der sie hervorgegangen ist, aufgebaut.
Doch das Wachstum verwandelt diese kulturellen Vermögenswerte nach und nach in Beteiligungen, Lizenzverträge, Rechte an geistigem Eigentum und Governance-Mechanismen.
Der Konflikt verdeutlicht zudem eine hochaktuelle Herausforderung, mit der traditionsreiche Cannabisunternehmen konfrontiert sind, wenn sie Fremdkapital aufnehmen: ihre Expansion zu finanzieren, ohne die Kontrolle über die Vermögenswerte zu verlieren, die ihren Wert ausmachen.
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