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3 französische Unternehmen, die auf Cannabis setzen … im Ausland

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Französische Cannabisunternehmen im Ausland
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In Frankreich ist Cannabis nach wie vor verboten, und seine Werbung ist für Unternehmen natürlich ein heikles Thema.

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Unmittelbar hinter unseren Grenzen oder jenseits des Atlantiks sieht die Lage jedoch ganz anders aus. In den Vereinigten Staaten, in Kanada oder in einigen europäischen Ländern hat der Boom des legalen Cannabis einen ganzen Markt geschaffen, auf dem französische Unternehmen – darunter auch einige mit langer Tradition – ihre Produkte verkaufen.

Feuerzeuge, Zigarettenpapier oder Bewässerungssysteme: BIC, OCB und Dosatron liefern drei sehr unterschiedliche Beispiele dafür.

BIC will seine Umsätze dank des amerikanischen Cannabismarktes wieder ankurbeln

Der jüngste Fall ist zugleich der deutlichste. Am 8. September hat BIC anlässlich der Vorstellung seiner neuen Strategie die amerikanischen Cannabiskonsumenten offen als Wachstumsmotor für seine Feuerzeuge bezeichnet.

„ Der Marihuanakonsum in den USA wächst deutlich schneller als jemals zuvor in den Niederlanden“, erklärte der Geschäftsführer des Konzerns, der Niederländer Rob Versloot. Für BIC gibt es somit „einen beträchtlichen Marktanteil zu erobern“.

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Es geht dabei nicht um eine Nebensache. Im ersten Halbjahr 2026 erzielten Feuerzeuge einen Umsatz von 351 Millionen Euro, was etwa einem Drittel des Konzernumsatzes entspricht. Und BIC sucht nach einem Weg, den strukturellen Rückgang des Tabakkonsums in den USA auszugleichen.

Sein neues Ziel: „Smoke Shops“ und andere Fachgeschäfte, die bisher weniger intensiv bearbeitet wurden als die großen amerikanischen Handelsketten. BIC schätzt ihre Zahl auf 15.000 bis 20.000. Der neue Strategieplan sieht genau vor, die Marktdurchdringung der Produkte zu steigern und die Vertriebsaktivitäten je nach Markt und Vertriebskanal zu verstärken.

Tatsächlich hatte die Annäherung an die Cannabiskultur schon lange vor dieser Ankündigung begonnen. BIC hatte bereits 2021 Snoop Dogg und Martha Stewart engagiert, um für sein Stabfeuerzeug „EZ Reach“ zu werben. Im Jahr 2024 kamen der Rapper, Martha Stewart und Willie Nelson zu einer Sonderaktion rund um den „420“ zusammen, dem 20. April, einem Datum, das zum inoffiziellen Cannabis-Feiertag geworden ist. BIC bezeichnete die Aktion selbst als „herb-friendly“-Kampagne und bot zu diesem Anlass einen Rabatt von 20 % auf seine Feuerzeuge an.

OCB begnügt sich nicht mehr damit, Andeutungen zu machen

Für OCB scheint diese Annäherung noch selbstverständlicher. Die in Frankreich gegründete und nach wie vor insbesondere in Perpignan hergestellte Marke für Blättchen gehört seit 2000 zur Republic Technologies-Gruppe. Diese gibt an, ihre Produkte in mehr als 100 Ländern zu vertreiben.

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Je nach Markt kann OCB jedoch eine deutlich weniger zweideutige Sprache anschlagen als in Frankreich. In ihrem US-Shop wird die Produktreihe „Organic Hemp“ beispielsweise von Cannabisblättern umrahmt und als aus „Ihrer Lieblingspflanze“ hergestellt präsentiert, bevor der Verbraucher dazu aufgefordert wird, sie anzuzünden. Die US-Website vertreibt nicht nur Blätter, sondern auch vorgerollte Joints, Grinder und Tabletts.

Vor allem aber wendet sich die Marke nun direkt an die Cannabisindustrie. Im Jahr 2025 gab OCB auf seiner eigenen Website seine Teilnahme an der Expo Cannabis in Argentinien, der Cannafriends in Deutschland und der Mary-Jane-Messe in Berlin bekannt, wo das Unternehmen eine „OCB 420 Area“ eingerichtet hatte.

In den USA ging das Unternehmen sogar noch einen Schritt weiter. Im September 2024, anlässlich der Cannabis-Messe und des Festivals „Hall of Flowers“ in Santa Rosa, Kalifornien, stellte OCB einen Rekord auf: Rund 7.000 Teilnehmer zündeten sich um 16:20 Uhr gleichzeitig einen Joint an. Im Rahmen dieser Aktion wurde insbesondere „Houseplant by OCB“ vorgestellt, eine Zusammenarbeit mit der Cannabis-Marke, die vom Schauspieler Seth Rogen und seinem Partner Evan Goldberg gegründet wurde.

Die Grenze zwischen Rauchzubehör und Zubehör für Cannabiskonsumenten wird somit außerhalb Frankreichs besonders schmal. Das gilt sogar für die verwendete Wortwahl: Der offizielle deutsche OCB-Shop bietet beispielsweise ein „4:20 Package“ an, das unverblümt als „everything to get you high“ beschrieben wird.

Dosatron, das französische Unternehmen, das beim Anbau von Cannabis hilft

Ein drittes Beispiel befindet sich am anderen Ende der Kette. Dosatron, ein in Tresses bei Bordeaux ansässiges Unternehmen, verkauft weder Feuerzeuge noch Blätter. Es stellt Dosierpumpen her, mit denen insbesondere Dünger und Nährstoffe präzise in das Bewässerungswasser eingeleitet werden können: die Fertigation.

Eine Technologie, die perfekt für den Anbau in Gewächshäusern und in Hydrokulturen geeignet ist und somit auch für den professionellen Cannabisanbau. Auf seinen nordamerikanischen Websites versucht Dosatron übrigens keineswegs, diesen Absatzmarkt zu verheimlichen. Eine ganze Seite ist der Auswahl des „besten Fertigation-Systems für Cannabis“ gewidmet, mit empfohlenen Modellen je nach Betriebsgröße. Das Unternehmen erklärt, dass die Dosiergenauigkeit es den Züchtern ermöglicht, eine größere Gleichmäßigkeit zwischen Sorten, Chargen und Ernten zu erzielen.

Auch die kanadische Niederlassung greift direkt Erfahrungsberichte aus der Branche auf. Kings Garden gibt an, Dosatron-Direkteinspritzsysteme in neun Cannabis-Anlagen einzusetzen, insbesondere um Arbeitskosten und menschliche Fehler zu reduzieren. Ein auf Bewässerung spezialisierter kanadischer Händler vermarktet die Dosatron-Injektoren zudem direkt in einer Rubrik, die Bewässerungssystemen für Cannabis gewidmet ist.

Drei Unternehmen und drei Strategien also. BIC beginnt, den Cannabiskonsumenten offen als eine zu gewinnende Kundschaft zu benennen. OCB taucht in die 420-Kultur und entsprechende Veranstaltungen auf den Märkten ein, auf denen dies möglich ist. Dosatron positioniert sich noch weiter vorgelagert, direkt bei den Produzenten selbst.

Das Paradoxon ist auffällig: Keines dieser Unternehmen muss Cannabis verkaufen, um von dessen Legalisierung zu profitieren. Sie liefern alles, was damit zusammenhängt: das Zeug zum Anbauen, zum Drehen oder zum Anzünden. Und gerade im Ausland findet dieses französische Know-how in der Cannabiswirtschaft ein neues Wachstumsfeld.

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