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In Chile deckt die Razzia in einer Klinik für medizinisches Cannabis die Schwachstellen des Systems auf

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Razzia in einer Cannabis-Ausgabestelle in Chile
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Chile erkennt seit mehreren Jahren die medizinische Verwendung von Cannabis an und erlaubt unter bestimmten Bedingungen dessen Anbau zu therapeutischen Zwecken.

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Doch zwischen einer Verschreibung und dem tatsächlichen Zugang zu einem kontrollierten Produkt sind die rechtlichen Rahmenbedingungen nach wie vor lückenhaft. Die Operation „Imperio Ámsterdam“, die im August gegen die mit dem „Dispensario Nacional“ verbundene Organisation – ein Netzwerk aus 21 Ausgabestellen – durchgeführt wurde, hat diesen Widerspruch schlagartig wieder in den Mittelpunkt der Debatte gerückt.

Die von der Regionalstaatsanwaltschaft von Aysén gemeinsam mit Spezialeinheiten der Carabineros durchgeführte Ermittlung führte laut den von den chilenischen Behörden veröffentlichten Angaben zu 42 Durchsuchungen in neun Regionen und 72 Festnahmen. Der Fall betrifft insbesondere den Verdacht auf Handel, Anbau, Unterschlagung genehmigter Erzeugnisse, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll die Organisation ihre als medizinisch dargestellte Tätigkeit genutzt haben, um die Produktion, die Beschaffung, den Transport und den Verkauf von Cannabis zu organisieren. Die Verteidigung bestreitet diese Interpretation natürlich.

Eine Lücke zwischen Verschreibung und Behandlung

Seit Mai 2023 hat das chilenische Gesetz 21.575 die Anerkennung des Anbaus für medizinische Zwecke. Artikel 8 des Gesetzes 20.000 sieht vor, dass eine Verschreibung des behandelnden Arztes den Anbau zu therapeutischen Zwecken rechtfertigen kann. Das ärztliche Dokument muss insbesondere die Diagnose, die Behandlung, deren Dauer und eine andere Verabreichungsform als das Rauchen angeben.

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Das Problem tritt auf, wenn der Patient weder über den Platz noch über das nötige Wissen oder die Zeit verfügt, um seine Ernte selbst anzubauen.

Die Gesetzgebung sieht auch einen pharmazeutischen Weg vor, bei dem unter bestimmten Bedingungen kontrollierte Produkte, Extrakte und Tinkturen auf Cannabisbasis abgegeben werden. Hingegen gibt es keine spezifischen Regelungen, die die Funktionsweise der Ausgabestellen klar definieren.

Genau diese Grauzone schürt den Konflikt um das Vereinsmodell. Patienten können sich theoretisch zusammenschließen, um ihre Mittel und Infrastrukturen zu bündeln, doch die Übertragung des Anbaus an eine kollektive Organisation wird in Artikel 8 nicht ausdrücklich geregelt.

Für die Behörden kann dieses Fehlen einer Bestimmung nicht automatisch als Grundlage für umfangreiche Versorgungs- und Vertriebsstrukturen dienen. Für die Befürworter des Modells verdeutlicht es vor allem die Unzulänglichkeit des rechtlichen Rahmens.

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Wo endet der Verein und wo beginnt der Vertrieb?

Die Schwierigkeit liegt auch in der Größenordnung. Der Anbau für mehrere Patienten erfordert Anlagen, Personal, Ausrüstung, Analysen und eine logistische Organisation. Ein gemeinnütziger Verein kann seine Aktivitäten durch Mitgliedsbeiträge finanzieren, Räumlichkeiten mieten oder Mitarbeiter beschäftigen, ohne dass dies zwangsläufig mit der Erzielung von Gewinn verbunden ist.

Doch mangels präziser Vorschriften lässt sich die Grenze zwischen der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen und gewerblicher Tätigkeit nur schwer ziehen.

Somit bleiben mehrere Fragen offen: Wie viele Pflanzen darf ein Verein anbauen? Wie kann eine Ernte zu Patienten in anderen Regionen transportiert werden? Wie werden die Mitgliedsbeiträge berechnet? Was geschieht, wenn die Produktion eines Vereins nicht mehr ausreicht, um den Bedarf zu decken?

Die Staatsanwaltschaft interessiert sich insbesondere für die Rückverfolgbarkeit des Cannabis, das von der Organisation verwendet wird. Ihrer Hypothese zufolge könnte ein Teil der Produkte aus anderen Anbauflächen oder sogar vom Schwarzmarkt stammen. Dieser Aspekt ist von zentraler Bedeutung in einem Fall, in dem der geltend gemachte medizinische Zweck allein nicht ausreicht, um die legale Herkunft der Produktion nachzuweisen.

Rückverfolgbarkeit und Qualität

Die Debatte betrifft auch die Qualität der für Patienten bestimmten Produkte. Die Zusammensetzung einer Pflanze kann je nach ihrer Genetik, dem Lichteinfall, der Luftfeuchtigkeit oder auch den Anbau- und Lagerbedingungen variieren. Für den medizinischen Gebrauch können diese Parameter erhebliche Auswirkungen haben.

Ein wirklich gut strukturiertes System sollte daher die Ermittlung der THC- und CBD-Konzentrationen ermöglichen, sondern, sofern relevant, auch die Konzentrationen anderer Cannabinoide zu ermitteln. Analysen, die insbesondere auf Schwermetalle, Pilze und Mykotoxine abzielen, werden ebenfalls als notwendige Sicherheitsmaßnahmen genannt.

Das Problem ist, dass die ärztliche Verschreibung und die Qualität des Produkts zwei verschiedene Dinge sind. Ein Rezept besagt, dass ein Arzt eine Behandlung für angemessen hält; es ermöglicht jedoch allein nicht, die Zusammensetzung oder die Herkunft des dem Patienten ausgehändigten Produkts genau zu bestimmen.

Diese Frage stellt die chilenischen Ausgabestellen vor eine komplexe Herausforderung: Sie müssen sowohl die Rechtmäßigkeit ihrer Beschaffung als auch ein ausreichendes Maß an gesundheitlicher Kontrolle gewährleisten.

Der medizinische Zugang bleibt auch eine soziale Frage

Ein weiterer Punkt, den dieser Fall verdeutlicht: die Kosten für den Zugang zu medizinischem Cannabis.

Selbst wenn ein legaler Weg besteht, muss der Patient in der Lage sein, einen Arzt aufzusuchen, ein Rezept zu erhalten, seine Behandlung zu überwachen, sie zu finanzieren und langfristig aufrechtzuerhalten. Diese Ausgaben können für bestimmte Bevölkerungsgruppen ein Hindernis darstellen.

Das Vereinsmodell bietet teilweise eine Lösung für diese Schwierigkeit, indem es die gemeinsame Nutzung bestimmter Infrastrukturen und die Aufteilung bestimmter Kosten ermöglicht, insbesondere wenn der Staat diese Rolle nicht übernimmt.

Die eigentliche Herausforderung für Chile besteht nun darin, folgende Frage zu klären: Wenn ein Arzt einem Patienten, der nicht in der Lage ist, Cannabis selbst anzubauen, eine Behandlung auf Cannabisbasis verschreibt – wer darf es dann legal anbauen, nach welchen Regeln, mit welchen Kontrollen und über welchen Weg gelangt es zum Patienten?

Derzeit ist der Zugang zu medizinischem Cannabis zwar auf dem Papier gegeben, doch hängt die konkrete Umsetzung weiterhin von rechtlichen Auslegungen und Regelungen ab, die noch nicht klar definiert wurden.

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