Eine nepalesische Provinz legalisiert medizinisches Cannabis
Die nepalesische Provinz Gandaki hat den Anbau von Cannabis für medizinische und industrielle Zwecke offiziell genehmigt. Das Provinzgesetz, das diese Woche nach der endgültigen Genehmigung durch die Provinzbehörden in Kraft getreten ist, markiert den ersten Fall, in dem eine nepalesische Provinz einen solchen Rechtsrahmen verabschiedet hat – trotz des landesweit geltenden Verbots.
Gandaki ist die erste nepalesische Provinz, die medizinisches Cannabis reguliert
Die neue Gesetzgebung erlaubt den Anbau von Cannabis ausschließlich zu medizinischen und industriellen Zwecken. Landwirte und Unternehmen müssen zuvor eine Genehmigung der Provinzbehörden einholen, und der Anbau ist nur in von der Regierung ausgewiesenen Gebieten unter strenger behördlicher Aufsicht zulässig.
Der von der Ministerin für Industrie und Tourismus Yasodha Rimal vorgelegte Gesetzentwurf wurde nach monatelangen Konsultationen mit Experten, lokalen Behörden und Akteuren der Branche einstimmig von der Versammlung der Provinz Gandaki verabschiedet. Nach Angaben der Provinzbehörden zielt dieser Rechtsrahmen darauf ab, eine streng kontrollierte Lieferkette zu etablieren, anstatt den Weg für den Freizeitkonsum zu ebnen.
Zu den wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes gehört die Vorschrift, dass alle Cannabisprodukte obligatorischen chemischen Analysen unterzogen werden müssen, bevor sie verkauft oder weiterverarbeitet werden dürfen. Die Behörden können spezielle Labore einrichten oder auf bestehende Einrichtungen zurückgreifen, um diese Analysen durchzuführen. Die Gesetzgebung umfasst zudem Maßnahmen zur Missbrauchsprävention bei gleichzeitiger Unterstützung von Resozialisierungsinitiativen.
Strenge THC-Grenzwerte und staatliche Kontrolle
Die Provinz Gandaki hat sich für einen relativ restriktiven Ansatz entschieden. Das Gesetz begrenzt den Gehalt an THC auf unter 3 % und lenkt den Anbau damit auf Sorten, die für medizinische und industrielle Anwendungen bestimmt sind, anstatt auf eine Produktion mit hohem THC-Gehalt.
Jedes Anbauprojekt muss offiziell genehmigt und kontinuierlich überwacht werden. Die Provinzverantwortlichen betonen, dass diese Schutzmaßnahmen notwendig sind, um den geltenden nepalesischen Rechtsrahmen so genau wie möglich einzuhalten, der den unerlaubten Anbau, Besitz und Vertrieb von Cannabis auf nationaler Ebene weiterhin unter Strafe stellt.
Die nationale Gesetzgebung bleibt unverändert. In ganz Nepal werden Verstöße im Zusammenhang mit Cannabis je nach Menge weiterhin mit Freiheitsstrafen von einem Monat bis zu zehn Jahren geahndet. Obwohl das Innenministerium in den letzten Jahren mögliche Regulierungsverfahren geprüft hat, wurde bislang noch kein nationaler Rechtsrahmen verabschiedet.
Eine Provinz, die auf ihr landwirtschaftliches Potenzial setzt
Die Verantwortlichen der Provinz sind der Ansicht, dass die Provinz Gandaki erhebliche Vorteile für den regulierten Cannabisanbau bietet. Ministerin Yasodha Rimal hob die geografischen Gegebenheiten und das Klima der Region hervor und beschrieb sie als besonders gut für diesen Anbau geeignet.
Nach Angaben der Provinzregierung benötigt Cannabis relativ wenig Wasser, kann ohne Pestizide angebaut werden und ist weniger anfällig für landwirtschaftliche Schädlinge wie Affen – ein wiederkehrendes Problem für nepalesische Landwirte. Die Verantwortlichen argumentieren zudem, dass dieser Anbau weniger Arbeitskräfte erfordert und gleichzeitig potenziell höhere Erträge bietet, was ihn für die ländlichen Gemeinden in den elf Distrikten der Provinz attraktiv macht.
Befürworter dieser Initiative sehen in Cannabis zudem eine Chance, die landwirtschaftliche Produktion zu diversifizieren und eine neue Wirtschaftstätigkeit zu schaffen, die auf Fasern und medizinischen Rohstoffen statt auf psychoaktiven Substanzen basiert.
Eine umfassendere Entwicklung in Nepal
Die Verabschiedung dieses Gesetzes spiegelt die umfassendere Debatte wider , die derzeit in Nepal geführt wird . Das Land, das früher international für seinen Cannabisanbau bekannt war, verbot den Anbau und Handel dieser Pflanze im Jahr 1976, nachdem es sich der weltweiten Bewegung zur Bekämpfung von Betäubungsmitteln angeschlossen hatte. Seitdem ist Cannabis illegal geblieben, obwohl es in bestimmten religiösen und kulturellen Traditionen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt.
Der Druck zugunsten einer Gesetzesrevision hat in den letzten Jahren zugenommen. Bereits vor der Verabschiedung des Gandaki-Gesetzes hatten die Provinzpolitiker argumentiert, dass ein regulierter Anbau wirtschaftliche Chancen eröffnen könnte, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf medizinischen und industriellen Verwendungszwecken liegen sollte.
Auch anderswo im Land hat sich die Gemeinde Ilam im Rahmen eines streng überwachten Pilotprogramms, das auf den Pilotprogramm.
Auch wenn die Gesetzgebung von Gandaki das nationale Verbot in Nepal nicht außer Kraft setzt, schafft sie dennoch einen bedeutenden Präzedenzfall.
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