Curaleaf kündigt ein Übernahmeangebot für Aurora Cannabis an
Curaleaf gab am 11. August 2026 seine Absicht bekannt, ein öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien von Aurora Cannabis zu unterbreiten – im Rahmen einer Transaktion, die zwei wichtige Akteure des internationalen Marktes zusammenbringen könnte.
Das Angebot bewertet jede Aurora-Aktie mit 4 US-Dollar. Es umfasst 0,3463 Curaleaf-Aktien sowie 0,75 Dollar in bar. Auf der Grundlage des volumengewichteten Durchschnittskurses (VWAP) von Aurora über 30 Tage, der bei 2,75 Dollar liegt, entspricht das Angebot einer Prämie von 45 %.
Curaleaf sieht jedoch einen Mechanismus zur Begrenzung des Preises vor. Sollte der eigene Kurs vor Abschluss der Transaktion stark ansteigen, darf der Wert der für jede Aurora-Aktie angebotenen Gegenleistung 5 US-Dollar nicht überschreiten. Laut Curaleaf würde diese Obergrenze eine Prämie von 82 % gegenüber dem 30-Tage-VWAP von Aurora darstellen.
Auf die Ankündigung folgte umgehend eine positive Reaktion des Marktes: Die Aktie von Aurora Cannabis legte am Dienstagmorgen im vorbörslichen Handel um 15 % zu.
Curaleaf will sich direkt an die Aktionäre wenden
Die Transaktion erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem es den beiden Unternehmen noch nicht gelungen ist, echte Verhandlungen aufzunehmen. Boris Jordan, Vorsitzender und Geschäftsführer von Curaleaf, gibt an, am 23. Juni ein erstes Schreiben an die Geschäftsführung von Aurora gerichtet zu haben, gefolgt von einer weiteren Kontaktaufnahme am 7. Juli.
„Wir haben Aurora mehrfach vertraulich und konstruktiv kontaktiert“, fuhr Jordan fort. „Wir waren sehr enttäuscht, dass der Verwaltungsrat sich geweigert hat, sich ernsthaft zu engagieren. Wir werden unseren Vorschlag nun direkt den Aktionären von Aurora unterbreiten, da die Prämie beträchtlich ist, die strategische Logik überzeugend ist und jede weitere Verzögerung ungerechtfertigt ist. Curaleaf ist weiterhin bereit, konstruktiv mit dem Vorstand von Aurora zu dialogieren, um diese wertmaximierende Transaktion voranzutreiben, und wir sind bereit, zügig zu handeln, um eine endgültige Vereinbarung zu erzielen.“
Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich jedoch noch nicht um ein offiziell unterbreitetes Angebot. Curaleaf weist darauf hin, dass das Unternehmen letztendlich von der Transaktion Abstand nehmen könnte, insbesondere wenn es nachteilige Informationen über Aurora entdeckt oder wenn Aurora bestimmte Abwehrmaßnahmen ergreift.
Sich ergänzende internationale Kapazitäten
Für Curaleaf liegt der Reiz der Transaktion insbesondere in der Komplementarität der Infrastrukturen beider Konzerne. Aurora Cannabis verfügt über EU-GMP-zertifizierte Anbau- und Produktionskapazitäten, während Curaleaf eine internationale Vertriebsplattform sowie mehrere Verarbeitungsanlagen besitzt, die ebenfalls diesen Standards entsprechen.
Durch den Zusammenschluss würde ein Konzern entstehen, der in 17 Ländern vertreten ist und dessen Geschäftstätigkeit insbesondere Europa und Nordamerika abdeckt. Curaleaf schätzt, dass das fusionierte Unternehmen in den letzten zwölf Monaten einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Dollar erzielt und ein bereinigtes EBITDA von fast 350 Millionen Dollar erreicht hätte.
Das Unternehmen rechnet zudem mit mindestens 40 Millionen Dollar jährlichen Einsparungen dank der Synergien zwischen den beiden Unternehmen. Der Zugang zu den Produktionskapazitäten von Aurora, die laut Curaleaf auf über 50 Tonnen pro Jahr geschätzt werden, würde insbesondere die von Curaleaf in Portugal, Spanien und Kanada betriebenen EU-GMP-Anlagen ergänzen.
Eine Transaktion, die noch lange nicht unter Dach und Fach ist
Das Projekt muss nun mehrere regulatorische und finanzielle Hürden nehmen, bevor es umgesetzt werden kann. Insbesondere muss ein formelles Angebot bei den kanadischen und US-amerikanischen Behörden eingereicht werden, zusammen mit den offiziellen Unterlagen.
Nach der Einreichung dürfte das Angebot 105 Tage lang offen bleiben, sofern sich der Zeitplan nicht ändert. Curaleaf gibt an, dass es keinen Finanzierungs- oder Due-Diligence-Bedingungen unterliegen würde, jedoch müssen mehrere andere Bedingungen erfüllt werden.
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