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Zwischen Sherbinski und Doja herrscht dicke Luft

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Sherbinksi gegen Ryan Doja
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Eine Ernennung, die eigentlich nur eine einfache Meldung hätte bleiben können, hat sich zu einer öffentlichen Abrechnung entwickelt. Die Ernennung von Ryan Bartholomew, dem Gründer von Doja Pak, zum Genetik-Leiter bei Sherbinskis löste eine Reaktion von Mario Guzman, alias Mr. Sherbinski, Gründer und historische Persönlichkeit der kalifornischen Marke.

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Über die persönliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern hinaus wirft der Fall vor allem eine Frage auf, die in einer sich in voller Konsolidierung befindlichen Cannabis-Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt: Können ein Unternehmen, seine Marke, sein Gründer und seine Genetik noch als ein und dasselbe Ganzes betrachtet werden, wenn Eigentumsverhältnisse und Kontrolle letztendlich auseinandergehen?

Ryan Bartholomew übernimmt die Leitung der Genetik bei Sherbinskis

Alles begann mit einem von Sherbinskis veröffentlichten Video, in dem Ryan Bartholomew bekannt gab, dass das Unternehmen den Eigentümer gewechselt habe und er fortan die Genetik leiten werde.

Diese Ernennung kommt jedoch nicht aus heiterem Himmel. Im Jahr 2023 schloss PrimeTime Capital seine Fusion mit Sherbinskis ab. Laut Oleg Spektorov, Mitbegründer von PrimeTime, in einem Interview, das im Januar 2026 von High Times veröffentlicht und anschließend von der Website der Zeitschrift entfernt wurde, hätte PrimeTime im Rahmen der Transaktion 18,5 % seines Kapitals abgetreten und dabei Schulden und Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 10 bis 11 Millionen Dollar übernommen. Spektorov wies zudem darauf hin, dass sich das Unternehmen schließlich von Mario Guzman getrennt habe.

Die Ankündigung des Eintritts von Bartholomew traf Guzman jedoch an einem wunden Punkt, woraufhin er einige Tage später öffentlich reagierte.

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Mario Guzman bestreitet die Darstellung der Sherbinskis

In einem fast vierminütigen Video betont Mario Guzman eine für ihn wesentliche Unterscheidung: die zwischen der Marke Sherbinskis und den Sorten, die er im Laufe seiner Karriere entwickelt hat.

„Im Jahr 2023 habe ich eine Fusion mit einem Unternehmen namens PrimeTime vollzogen“, räumt Guzman ein. Doch sein zentrales Argument liegt woanders: Die Kontrolle des Unternehmens über die Marke bedeute seiner Meinung nach nicht, dass es auch Eigentümer seiner genetischen Arbeit sei. Er betont, dass seine Sorten nun separat von Voice of the Plant verwaltet werden, einem Unternehmen, das er 2020 gegründet hat.

Seine Antwort wird dann persönlicher, als er sich direkt an Bartholomew wendet. Guzman weist insbesondere die Vorstellung zurück, dass die beiden Männer als Mitarbeiter oder enge Freunde dargestellt werden könnten. Er behauptet zudem, Bartholomew habe ihn kontaktiert, bevor er die Stelle bei Sherbinskis annahm, und ihm anvertraut, dass er Geld brauche.

Hinter diesem Austausch verbirgt sich eine tiefere Meinungsverschiedenheit, die in der Cannabisbranche immer wieder auftaucht: Wo endet das Eigentumsrecht an einer Marke, und wo beginnen die Rechte am geistigen Eigentum und an den Genetiken, die zum Aufbau ihres Rufs beigetragen haben?

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Die Frage gewinnt eine besondere Dimension, wenn Unternehmen, die auf Züchtern und so ikonischen Sorten wie der Gelato oder die Sunset Sherbet, um die sich ein Unternehmen herum aufgebaut hat, externes Kapital anziehen.

Bartholomew kennt diese genetische Welt übrigens besonders gut. Die RS-11, eine der Sorten, die eng mit Doja verbunden sind, entstand aus einer Kreuzung zwischen der Sunset Sherbert und der Pink Guava und verbindet somit einen Teil des Doja-Sortiments mit einer genetischen Linie, die historisch mit Guzman verbunden ist. Auch andere mit Doja verbundene Sorten enthalten Genetik von Gelato.

Die Verbindungen sind übrigens nicht nur genetischer Natur: Sherbinskis und Doja haben bereits bei Co-Branding-Produkten zusammengearbeitet (aromatisierte Pre-Rolls und ein Live-Resin-Vape).

Doja antwortet: „Ich habe dich nie verraten“

Bartholomew veröffentlichte daraufhin seine eigene Antwort in einem etwa dreiminütigen Video, in dem er insbesondere die Art und Weise anfocht, wie Guzman ihre Beziehung beschrieb.

Er bestätigt, dass er Guzman kontaktiert hatte, bevor er mit PrimeTime zusammenarbeitete, und gibt zu, ihm gesagt zu haben: „Ich sag’s dir, ich brauche Geld, mein Bruder.“ Bartholomew stellt diesen Austausch jedoch in einem anderen Licht dar: Seiner Meinung nach zeige gerade die Tatsache, dass er Guzman direkt angerufen habe, seinen Willen, offen und aus Respekt zu handeln, anstatt hinter seinem Rücken.

Er weist zudem jeglichen Vorwurf des Verrats zurück: „Ich habe dich nie verraten.“

Laut Bartholomew hatten die beiden Männer nie eine so enge Beziehung, wie Guzmans Antwort vermuten lassen könnte. Was seine Entscheidung betrifft, mit den derzeitigen Eigentümern von Sherbinskis zusammenzuarbeiten, stellt er diese in erster Linie als eine berufliche Entscheidung dar.

Ryan Bartholomew war selbst in einen Konflikt um die Eigentumsrechte an Doja verwickelt

Die Geschichte weist eine weitere bemerkenswerte Parallele auf. Im Jahr 2023 verklagte Zaftig LLC Bartholomew wegen eingetragener Marken im Zusammenhang mit Doja. Bartholomew behauptete seinerseits, der Schöpfer der Marke zu sein, und erklärte, Zaftig besitze lediglich eine Lizenz daran. Der Rechtsstreit wurde anschließend gütlich beigelegt, während Bartholomew „Doja“ weiterhin vermarktete.

In beiden Fällen stellt sich, wenn auch in unterschiedlicher Form, dieselbe Frage: Bedeutet die Schaffung einer Cannabis-Marke zwangsläufig, dass man auch deren Eigentümer ist?

Rechtlich gesehen hängt die Antwort von den Verträgen, den Unternehmensstrukturen, den eingetragenen Marken und den verschiedenen betroffenen Rechten des geistigen Eigentums ab. Kulturell gesehen kann die Cannabisbranche eine ganz andere Antwort geben.

Und genau das macht den Konflikt um Sherbinskis und Doja interessanter macht als den bloßen Austausch von Videos in den sozialen Netzwerken.

Ein Großteil der traditionsreichen kalifornischen Cannabis-Marken hat sich um Züchter, Breeder und Persönlichkeiten herum aufgebaut, mit denen sie fast untrennbar verbunden waren. Ihre Legitimität beruhte auf ihrer Genetik, ihrem Ruf und oft geheimen Netzwerken – lange vor dem Einzug institutioneller Investoren.

Die Legalisierung hat die Voraussetzungen für einen Wettbewerb im großen Maßstab grundlegend verändert. Um zu wachsen, sind nun Kapital, Lizenzen, Produktionskapazitäten, Vertriebsnetze und immer komplexere Unternehmensstrukturen erforderlich. Und mit dem Kapital stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Eigentum.

Wem gehört eigentlich das Erbe einer Cannabis-Marke, wenn eine Person sie gegründet hat, Investoren sie finanziert haben, ein anderes Unternehmen die Kontrolle darüber besitzt und schließlich ein neuer Züchter damit beauftragt wird, die nächsten Sorten zu entwickeln?

Die Cap-Table kann eine Antwort liefern. Die Cannabis-Community kann eine weitere liefern.

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