Medizinisches Cannabis steckt im Gesundheitsministerium weiterhin fest
Gerade als es so aussah, als würde Frankreich endlich die tatsächliche Einführung von Cannabis für medizinische Zwecke erreichen, scheint das Vorhaben erneut ins Stocken geraten zu sein. Mehrere Monate nach den letzten regulatorischen Fortschritten stehen die letzten für die Einführung des Systems erforderlichen Texte noch immer aus – ohne Zeitplan und ohne offizielle Erklärung.
Vor dem Sommer sollte das letzte Dekret zur Regelung von medizinischem Cannabis dem Staatsrat zur Prüfung vorgelegt werden. Seitdem herrscht Funkstille. Bis heute liegt keine Entscheidung oder Veröffentlichung vor, aus der der Stand der Prüfung hervorgeht.
Da der Staatsrat grundsätzlich keine Angaben zu den derzeit geprüften Rechtstexten macht, ist dieser Mangel an Informationen an sich nichts Ungewöhnliches. Er macht es jedoch besonders schwierig, den tatsächlichen Stand der Dinge zu ermitteln. Noch problematischer ist: Newsweed konnte nicht bestätigen, dass die Dekrete, deren Übermittlung an den Staatsrat angekündigt wurde, diesem tatsächlich zugestellt wurden.
Auf Anfrage von Newsweed haben das Gesundheitsministerium sowie mehrere mit dem Dossier befasste oder ihm nahestehende Ansprechpartner zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nicht auf unsere Anfragen geantwortet.
Eine letzte Etappe, die sich in die Länge zieht
Diese Situation verlängert eine Geschichte, die den betroffenen Patienten mittlerweile nur allzu vertraut ist. Nach mehreren Jahren der Erprobung von medizinischem Cannabis stellt die Prüfung des Dekrets zur Festlegung der Erstattungsregeln für Arzneimittel auf Cannabisbasis durch den Staatsrat somit einen der letzten Schritte vor der Veröffentlichung der Texte im Amtsblatt dar. Vorausgesetzt natürlich, dass die Verordnungsentwürfe dem Staatsrat tatsächlich vorgelegt wurden und ihre Prüfung erfolgreich verläuft.
Derzeit gibt es keinen öffentlich bekannten Termin, anhand dessen sich abschätzen lässt, wann dieser Schritt vollzogen werden könnte.
Die mangelnde Klarheit ist umso bemerkenswerter, als das französische Dossier zum medizinischen Cannabis immer wieder verschoben wird. Seit dem Ende der Pilotphase warten Patienten, Angehörige der Gesundheitsberufe und Unternehmen der Branche auf die Umstellung auf ein dauerhaftes System, das regelmäßig angekündigt, aber nie vollständig umgesetzt wurde.
Die Ursache für die derzeitige Blockade lässt sich nur schwer genau bestimmen, doch manche würden sie diesmal direkt dem Gesundheitsministerium zuschreiben, das sich offenbar sträubt, die medizinische Nutzung von Cannabis zu legalisieren, während die Regierung den Kampf gegen den Drogenhandel zu einer Priorität erklärt hat. Wenn Sie den Zusammenhang nicht erkennen, tun wir das auch nicht, aber das Wort „Cannabis“ würde manche offenbar so sehr verunsichern, dass sie 300.000 Menschen, die sich in einer therapeutischen Sackgasse befinden, eine medizinische Behandlung verweigern würden.
Eines ist sicher: Das Schweigen rund um dieses Dossier schürt derzeit die Unsicherheit. Das Ministerium könnte zumindest die Übermittlung der Texte bestätigen und den nächsten administrativen Schritt in dieser Angelegenheit präzisieren. Trotz unserer (zahlreichen) Anfragen hat es dies nicht getan.
Patienten warten weiterhin
Hinter diesen behördlichen Verzögerungen stehen vor allem die Patienten. Das französische Pilotprojekt, die 2021 gestartet wurde, hatte insbesondere zum Ziel, unter realen Bedingungen die Modalitäten der Verschreibung und Abgabe von Arzneimitteln auf Cannabisbasis an Patienten mit schweren Erkrankungen und in therapeutischer Sackgasse zu bewerten.
Fünf Jahre später geht es also nicht mehr wirklich um die Frage, ob Frankreich den Zugang zu medizinischem Cannabis organisieren kann: Das Land hat es bereits erprobt, mit mehr als positiven Ergebnissen. Nun geht es darum, dieses Pilotprojekt in ein nachhaltiges und zugängliches System umzuwandeln.
Auf dem Papier neigt sich die Arbeit an den Rechtsvorschriften ihrem Ende zu. In der Praxis scheinen die letzten Meter jedoch erneut die längsten zu sein.
Und solange das Gesundheitsministerium nicht genau angibt, wo sich die letzten Verordnungen befinden, bleibt eine ebenso einfache wie wesentliche Frage unbeantwortet: Liegen die Texte tatsächlich auf dem Schreibtisch des Staatsrats, oder warten sie noch darauf, den Schreibtisch des Ministeriums zu verlassen?
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