Japan verbietet CBN
Seit dem 1. Juni 2026 hat Japan offiziell CBN (Cannabinol) verboten, ein aus Cannabis gewonnenes Cannabinoid, das bislang landesweit legal verkauft wurde.
CBN auf die Liste der in Japan verbotenen Substanzen gesetzt
Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hatte seine Entscheidung, CBN als „designierte Substanz“ einzustufen, im März dieses Jahres bekannt gegeben. Die neuen Vorschriften verbieten die Herstellung, den Import, den Verkauf, den Besitz und den Konsum von CBN-Produkten, wobei Verstöße mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden können.
Diese Entscheidung folgte auf eine Reihe von Untersuchungen und Tierstudien, die nach Berichten über Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit diesem Cannabinoid durchgeführt wurden. Den japanischen Behörden zufolge war CBN sehr anfällig dafür, Symptome, insbesondere Halluzinationen, zu verursachen, wenn es in ausreichend hohen Dosen konsumiert wurde.
Bisher befand sich CBN in einer rechtlichen Grauzone. CBN entsteht durch die Oxidation von THC, dem wichtigsten psychotropen Cannabinoid in Cannabis, und wird in der Regel als Schlafhilfe vermarktet. Gummibärchen, Kekse, Öle und Vaporisationsprodukte, die diese Verbindung enthalten, konnten in Geschäften und online in ganz Japan frei gekauft werden.
Gesundheitsbedenken und hochdosierte Produkte unter Beobachtung
Der Katalysator für dieses Verbot scheint das schnelle Auftauchen von Produkten mit hoher CBN-Konzentration auf dem japanischen Markt gewesen zu sein.
Während viele CBN-Produkte international üblicherweise zwischen 25 und 100 Milligramm pro Portion enthalten, sollen einige in Japan verkaufte Produkte Dosen von bis zu 500 Milligramm pro Keks und sogar bis zu 1000 Milligramm pro Packung enthalten haben. Die Behörden zeigten sich zunehmend besorgt darüber, dass diese Produkte über das Wohlbefinden hinausgingen und psychotrope Wirkungen hervorriefen.
Im Mai 2025 kam es zu einem viel beachteten Vorfall, als ein Student der Yamanashi Gakuin Universität verletzt wurde, nachdem er aus dem Fenster eines Schlafsaals gesprungen war. Die Behörden brachten den Fall mit Keksen in Verbindung, von denen vermutet wurde, dass sie hohe Dosen CBN enthielten.
Das japanische Gesundheitsministerium bestätigte außerdem mindestens vier Fälle seit Oktober 2024, in denen Personen nach dem Verzehr von Produkten, die dieses Cannabinoid enthielten, erkrankten oder ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.
Diese Vorfälle führten schließlich dazu, dass eine Expertengruppe eine Verschärfung der Vorschriften empfahl. Im Oktober 2025 kam das Ministerium zu dem Schluss, dass CBN wie eine eingestufte Substanz behandelt werden sollte, eine Entscheidung, die in diesem Jahr offiziell umgesetzt wurde.
Was das Verbot für Japaner… und Touristen bedeutet
Die neuen Regeln gelten nicht nur für in Japan ansässige Personen, sondern auch für Besucher, die in das Land einreisen. Reisende, die im Ausland legal erworbene CBN-Produkte mit sich führen, müssen nun möglicherweise mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie diese nach Japan einführen.
Das Verbot gilt für alle Formen von CBN-Produkten, einschließlich essbarer Produkte, Öle, Vaporisationspatronen und Nahrungsergänzungsmittel. Einzelhändler wurden angewiesen, diese Produkte aus dem Verkauf zu nehmen, während Personen, die derzeit CBN-basierte Artikel besitzen, diese ordnungsgemäß entsorgen müssen.
Diese Maßnahme erinnert daran, dass Japan einige der weltweit strengsten Richtlinien in Bezug auf Cannabinoide anwendet. Während THC weiterhin streng verboten ist, hatte der Cannabinoidmarkt des Landes zuvor die Entwicklung einiger aus Hanf gewonnener Verbindungen innerhalb bestimmter rechtlicher Rahmenbedingungen erlaubt.
CBD bleibt legal, aber die Überwachung wird fortgesetzt
Das Verbot betrifft nicht CBD (Cannabidiol). THC-freie CBD-Produkte sind in Japan weiterhin legal, sofern sie die äußerst strengen Normen des Landes für den THC-Gehalt erfüllen.
Branchenbeobachter erwarten, dass einige Verbraucher, die zuvor CBN zum Schlafen oder Entspannen verwendet haben, wieder auf CBD umsteigen oder andere Cannabinoide wie CBG und CBC erkunden werden, die in Japan derzeit nicht reguliert sind.
Eine begrenzte medizinische Ausnahme wird weiterhin für Patienten mit schweren Erkrankungen, für die es keine alternative Behandlung gibt, zur Verfügung stehen. Dieses Verfahren erfordert jedoch die Zustimmung der japanischen Behörden und dürfte für die meisten Verbraucher, die Cannabinoidprodukte zu Zwecken des allgemeinen Wohlbefindens verwenden, nicht gelten.
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