Demokratische Senatoren bringen den Entwurf zur Legalisierung von Cannabis auf Bundesebene in den USA erneut auf den Weg
Eine Gruppe von demokratischen Senatoren hat erneut den „Cannabis Administration and Opportunity Act “ (CAOA) vorgelegt, einen weitreichenden Vorschlag , der das bundesweite Cannabisverbot in den Vereinigten Staaten aufheben würde. Unter der Führung von Cory Booker, Ron Wyden und dem demokratischen Fraktionsvorsitzenden im Senat Chuck Schumer zielt dieser Gesetzentwurf darauf ab, Cannabis aus dem Gesetz über kontrollierte Substanzen zu streichen, wodurch jeder Bundesstaat diese Pflanze regulieren könnte, ohne dem bundesweiten Verbot zu unterliegen.
Dieser Vorschlag, erstmals im Jahr 2021 vorgelegt, taucht nun wieder auf, während die Trump-Regierung weiterhin eine begrenztere Reform ins Auge fasst, die auf einer Neueinstufung von Cannabis basiert und nicht auf dessen vollständiger Streichung aus dem Bundesdrogengesetz. Im Gegensatz dazu würde der CAOA Cannabis vollständig entkriminalisieren, was ihn zu einer der umfassendsten Reforminitiativen machen würde, die jemals dem Kongress vorgelegt wurden.
Derzeit haben haben 24 US-Bundesstaaten Cannabis für den Freizeitkonsum durch Erwachsene legalisiert, während 35 Bundesstaaten Programme für medizinisches Cannabis verabschiedet haben, was die wachsende Kluft zwischen den Gesetzen der Bundesstaaten und dem Bundesrecht deutlich macht.
Ein bundesweiter Rahmen für die Cannabisindustrie
Über die Aufhebung des Bundesverbots hinaus würde das Gesetz über die Verwaltung und die Chancen im Zusammenhang mit Cannabis (Cannabis Administration and Opportunity Act) einen nationalen Rechtsrahmen für den legalen Cannabissektor schaffen. Der Gesetzestext sieht vor, dass die Aufsicht über die Branche an das Büro für Steuern und Handel mit Alkohol und Tabak (TTB) übertragen wird, während die Food and Drug Administration (FDA) wäre für die Festlegung der Produktstandards zuständig, einschließlich der Kennzeichnungsvorschriften hinsichtlich Wirkstärke, Dosierung, Portionsgrößen, Herstellungsangaben und Gebrauchsanweisungen.
Der Gesetzentwurf würde zudem eine bundesweite Verbrauchssteuer auf Cannabisprodukte einführen. Dem Vorschlag zufolge würde diese Steuer zunächst 10 % betragen und über einen Zeitraum von fünf Jahren schrittweise auf 25 % ansteigen. Der Gesetzestext enthält zudem Maßnahmen zur Wahrung des Wettbewerbs, indem unabhängige Produzenten, Großhändler und Einzelhändler vor wettbewerbswidrigen Praktiken geschützt werden.
Eine weitere bemerkenswerte Ergänzung in dieser neuesten Fassung betrifft psychoaktive Cannabinoide aus Hanf. Der Vorschlag würde das geplante Bundesverbot bestimmter Produkte auf Basis von THC aus Hanf verhindern, das normalerweise noch in diesem Jahr in Kraft treten soll.
Soziale Gerechtigkeit bleibt ein zentrales Ziel
Wie in früheren Fassungen bleibt die wiedergutmachende Justiz einer der Eckpfeiler der Gesetzgebung. Der Gesetzentwurf würde bestimmte frühere Verurteilungen im Zusammenhang mit geringfügigen Cannabisdelikten aufheben und Mechanismen einführen, die den Zugang zu Beschäftigung, Wohnraum und anderen Bürgerrechten für Personen verbessern sollen, die von der früheren Prohibitionspolitik betroffen waren.
Die Einnahmen aus der Bundessteuer auf Cannabis würden Initiativen finanzieren, die darauf abzielen, die Gemeinschaften zu unterstützen, die vom Krieg gegen die Drogen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören berufliche Weiterbildung, Rechtsbeistand, Wiedereingliederungsprogramme sowie Bemühungen zum Abbau von Hindernissen beim Erhalt von Gewerbescheinen für Cannabis.
In einer Erklärung zum Gesetzentwurf sagte Cory Booker: „Seit Jahrzehnten leiden ganze Generationen zu Unrecht unter dem gescheiterten ‚Krieg gegen die Drogen‘ und unter mangelhaften Cannabisgesetzen, die vor allem Menschen mit dunkler Hautfarbe geschadet haben. Es ist höchste Zeit, dass wir uns für sie einsetzen.“
Ron Wyden sprach sich ebenfalls für den Vorschlag aus und erklärte: „Die einzige ‚Reefer Madness‘, die ich sehe, ist die Aufrechterhaltung des bundesweiten Cannabisverbots.“ “
Ungewisse Aussichten im Kongress
Die jüngste Fassung des CAOA wurde von 17 demokratischen Senatoren unterstützt, darunter Elizabeth Warren, John Fetterman und Michael Bennet. Auch Organisationen, die sich für eine Cannabis-freundliche Politik einsetzen, darunter NORML, begrüßten diesen Vorschlag und argumentierten, dass das Bundesgesetz weder die öffentliche Meinung noch die Realität der Regulierung auf Ebene der Bundesstaaten widerspiegele.
Trotz dieser Unterstützung steht dem Gesetzentwurf ein schwieriger Weg durch den Gesetzgebungsprozess bevor. Da das Repräsentantenhaus von den Republikanern kontrolliert wird, ist es unwahrscheinlich, dass eine vollständige Legalisierung auf Bundesebene problemlos vorankommt. Der Widerstand gegen eine vollständige Entkriminalisierung ist zudem größer als gegen den derzeit von der Bundesregierung in Betracht gezogenen, begrenzteren Ansatz einer Neuklassifizierung derzeit von der Bundesregierung in Betracht gezogen wird.
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