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Das irische Parlament empfiehlt die Entkriminalisierung aller Drogen

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Das irische Parlament empfiehlt die Entkriminalisierung von Drogen
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Ein Ausschuss des irischen Parlaments, der Joint Committee on Drugs Use (Parlamentsausschuss für Drogenkonsum), hat seinen Abschlussbericht veröffentlicht, in dem 161 Empfehlungen formuliert werden, die darauf abzielen, die Herangehensweise des irischen Staates an den Konsum psychoaktiver Substanzen grundlegend zu verändern.

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Im Mittelpunkt des Dokuments steht die Entkriminalisierung des Besitzes aller Drogen für den persönlichen Gebrauch.

Die Aufhebung des Gesetzes von 1977: der zentrale Dreh- und Angelpunkt des Berichts

Die symbolträchtigste Empfehlung des Berichts betrifft die Aufhebung von Abschnitt 3 des Misuse of Drugs Act 1977, dem Gesetzestext, der derzeit den bloßen Besitz von Drogen in Irland unter Strafe stellt. Der Ausschuss fordert, diese strafrechtliche Logik durch einen auf die öffentliche Gesundheit ausgerichteten Ansatz zu ersetzen, ohne zwischen den Substanzen zu unterscheiden. Keine Sperrliste, keine Sonderregelung für Cannabis: Der Ausschuss strebt eine umfassende Reform an, die sich nach eigenen Angaben auf „ein umfangreiches Evidenzmaterial“ stützt, das darauf hindeutet, dass eine solche Maßnahme nicht zu einem Anstieg des Konsums führen würde.

Gary Gannon, Vorsitzender des Ausschusses und Abgeordneter der Social Democrats, brachte es in seiner Einleitung auf den Punkt: „Hier geht es nicht um eine bloße geringfügige Anpassung. Es ist die Anerkennung der Tatsache, dass die Kriminalisierung von Menschen wegen ihres eigenen Drogenkonsums nicht zu einer Verringerung der Risiken geführt hat und dass ein anderer Ansatz sowohl möglich ist als auch längst überfällig ist.“

Der Bericht knüpft an die Arbeit der Citizens’ Assembly on Drug Use an, , deren 36 im Januar 2024 veröffentlichte Empfehlungen den Bezugsrahmen bilden. Zwischen September 2025 und April 2026 führte der Ausschuss Dutzende von Anhörungen durch, bei denen Vertreter der Garda Síochána (Nationalpolizei), Fachleute aus dem Gesundheitswesen, Wissenschaftler, internationale Experten sowie von Sucht direkt betroffene Personen angehört wurden.

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Die von den meisten Rednern geteilte Feststellung ist eindeutig: Der repressive Ansatz hat die drogenbedingten Schäden nicht verringert. In einigen Fällen hat er die Stigmatisierung und Ausgrenzung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen sogar noch verschärft. Mary Fitzpatrick, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses und Senatorin der Fianna Fáil, brachte es auf den Punkt: „Irland muss zu einem gesundheitsorientierten Ansatz übergehen. Die Erkenntnisse zeigen, dass ein weitgehend auf die Strafjustiz ausgerichteter Ansatz nicht gut genug funktioniert hat.“

Was der Bericht konkret empfiehlt

Neben der Entkriminalisierung des Besitzes für den Eigenbedarf decken die 161 Empfehlungen ein breites Spektrum an Maßnahmen ab:

  • Ausbau von Risikominderungsangeboten, insbesondere von beaufsichtigten Konsumräumen (einschließlich mobiler Einrichtungen) und freier Verkauf von Naloxon, dem Gegenmittel bei Opioid-Überdosierungen
  • Erweiterter Zugang zur Heroin-unterstützten Therapie und Ausweitung des Modells der Drug Treatment Courts auf das gesamte Staatsgebiet
  • Abschaffung kurzer Freiheitsstrafen für gewaltfreie Drogendelikte
  • Verstärkte Investitionen in Unterstützungsangebote für Familien und Pflegepersonen
  • Präventionsmaßnahmen für Jugendliche, einschließlich Jugendzentren und strukturierter Aktivitäten
  • Obligatorische Gesundheitswarnhinweise auf Deodorant-Sprays und Verkaufsbeschränkungen für Minderjährige

Entkriminalisierung des persönlichen Konsums

Der Bericht unterscheidet sorgfältig zwischen persönlichem Besitz und Handel. Er hält an strengen strafrechtlichen Sanktionen gegen Handelsnetzwerke, organisierte Kriminalität und jegliche Verwicklung von Kindern in die Vertriebskanäle fest. Der Ausschuss empfiehlt darüber hinaus, dass in der Gesetzgebung ausdrücklich festgelegt wird, dass die Aufhebung von Abschnitt 3 die Befugnisse der Garda bei Ermittlungen zur Beschaffung und zum Verkauf in keiner Weise einschränken würde.

Ein Konfliktpunkt bleibt bestehen: In Ländern, die die Entkriminalisierung bereits umgesetzt haben, wurde ein Anstieg des Konsums im öffentlichen Raum beobachtet. Um dem entgegenzuwirken, schlägt der Ausschuss vor, dass die Kommunalverwaltungen spezifische kommunale Verordnungen erlassen, ähnlich denen, die den Alkoholkonsum im öffentlichen Raum regeln.

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Wie geht es nun für die irische Regierung weiter?

Der Bericht soll zunächst vom Gesundheits-, Justiz- und Taoiseach-Ministerium geprüft werden, bevor er in den beiden Kammern des Oireachtas (irisches Parlament) erörtert wird. Er fordert zudem die Einrichtung eines Ständigen Ausschusses für Drogenfragen, um eine kontinuierliche Überwachung der Politik zu gewährleisten.

Die irische Regierung arbeitet derzeit an der Ausarbeitung einer neuen Nationalen Drogenstrategie, deren Entwurf zur öffentlichen Konsultation vorgelegt wurde. Der Ausschuss fordert, dass seine Schlussfolgerungen vor der Verabschiedung in den endgültigen Text aufgenommen werden.

Der irische Weg ähnelt dem anderer europäischer Staaten, von Portugal, seit 2001 Vorreiter auf diesem Gebiet, bis hin zu Deutschland, das Cannabis im Jahr 2024 teilweise legalisiert hat. Sollten die Empfehlungen in Gesetz umgesetzt werden, würde sich Irland der wachsenden Zahl von Ländern anschließen, die sich dafür entschieden haben, das Thema Drogen eher als eine Frage der öffentlichen Gesundheit denn als ein strafrechtliches Problem zu behandeln.

Es sei jedoch angemerkt, dass sich seit 2018 und unserer ersten Berichterstattung über die Empfehlungen zur Entkriminalisierung in Irland nichts bewegt hat.

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