China investiert 10 Millionen Dollar in medizinisches Cannabis im Libanon
Eine libanesisch-chinesische Partnerschaft soll dem Sektor des medizinischen Cannabis, der im Land bislang noch in den Kinderschuhen steckt, neuen Schwung verleihen.
Nachdem eine Zusammenarbeit im Agrarbereich angekündigt worden war, haben die beiden Länder nun eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, die sich auf medizinisches Cannabis und Heilpflanzen konzentrieren und zu einer Investition von 10 Millionen Dollar führen, die für die Gründung des ersten öffentlichen libanesischen Forschungslabors in diesem Sektor bestimmt ist.
Dieses Abkommen, das im Grand Sérail in Beirut unterzeichnet wurde, zielt darauf ab, internationale Investitionen in landwirtschaftliche Sektoren zu fördern, denen ein hohes pharmazeutisches und exportorientiertes Potenzial zugeschrieben wird.
Landwirtschaftsminister Nizar Hani stellte zudem einen Zusammenhang zwischen dieser Initiative und einer in der Vorwoche angekündigten libanesisch-chinesischen Partnerschaft her, die sich auf die Einführung von Drohnentechnologie in der Land- und Forstwirtschaft bezog.
Dieses Abkommen geht zudem einher mit den Bemühungen des Libanon zur Diversifizierung seiner Wirtschaft, während gleichzeitig Finanzreformen ausgehandelt und eine größere makroökonomische Stabilität angestrebt werden.
Ankündigung des ersten staatlichen Labors für Cannabis
Am 8. Juni unterzeichneten die beiden Länder den Vertrag über 10 Millionen Dollar mit dem Unternehmen Zhonghua Lianchuang International Holding Co., Ltd. mit Sitz in Hongkong, um das erste öffentliche Labor des Landes zu finanzieren, das sich der Forschung und den Tests im Bereich medizinisches Cannabis widmet.
Das Labor wird an der Fakultät für Agrarwissenschaften der libanesischen Universität in Dikwaneh angesiedelt sein und unter der Aufsicht der libanesischen Cannabis-Regulierungsbehörde betrieben werden.
Im Gegensatz zu einer klassischen Investition wird das chinesische Unternehmen diese Finanzierung ohne direkte finanzielle Gegenleistung und ohne Auflagen bereitstellen. Etwa 4 Millionen Dollar werden für die Ausstattung des Labors bereitgestellt, während die verbleibenden Mittel zur Finanzierung der technischen Unterstützung, der Schulung des Personals und der Veröffentlichung der Analyseergebnisse über die künftige Online-Plattform der Behörde dienen sollen.
Das Labor soll die Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 erhalten, einer internationalen Norm für Prüflabore. Laut Dany Fadel, dem Vorsitzenden der Cannabis-Regulierungsbehörde, wird diese Zertifizierung es der Behörde ermöglichen, nicht nur zuverlässige Analysen durchzuführen, sondern in Zukunft auch private Labore zu bewerten und zuzulassen.
Exporte fördern und Qualitätsstandards verbessern
Über die Forschung hinaus soll das neue Labor eine zentrale Rolle beim Aufbau der Medizin-Cannabis-Industrie im Libanon spielen. Es wird die lokalen Genetiken von Cannabis analysieren und verbessern, um deren Übereinstimmung mit internationalen Qualitätsstandards zu gewährleisten – eine wichtige Voraussetzung für künftige Exporte.
Die Einrichtung wird zudem eine Datenbank mit lokal angebauten Cannabissorten aufbauen und zugelassene Anbauer im ganzen Land erfassen, um Regulierungsbehörden und Investoren umfassendere Informationen über den Sektor zur Verfügung zu stellen.
Laut Fadel dürfte die öffentliche Bereitstellung der Laborergebnisse zudem die Transparenz verbessern und das Vertrauen potenzieller Investoren in den libanesischen Markt stärken.
Die Regulierung bleibt das fehlende Puzzlestück
Obwohl der Libanon den Anbau von medizinischem und industriellem Cannabis im Jahr 2020 legalisiert hat, hat der Libanon noch keine voll funktionsfähige Industrie aufgebaut.
Der von der Cannabis-Regulierungsbehörde ausgearbeitete Rechtsrahmen wird derzeit noch von der zentralen Aufsichtsbehörde des Landes geprüft, wo er angeblich seit Dezember auf seine Genehmigung wartet. Der anhaltende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah hat die administrativen Fortschritte weiter verlangsamt.
Richter Mahmoud Makkieh, der das Abkommen im Namen der libanesischen Regierung unterzeichnet hat und derzeit die administrative Kontinuität der Behörde gewährleistet, erklärte, seine Rolle bestehe in erster Linie darin, die Umsetzung des Abkommens bis zur Ernennung eines ständigen Generaldirektors sicherzustellen.
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