Cannabis: Was Frankreich acht Jahre nach der Legalisierung von Québec lernen könnte
Acht Jahre nach der Legalisierung von Cannabis liefert Québec eine Bilanz, die die französische Debatte über das Verbot befeuern könnte.
Nach den neuesten Daten des Statistischen Instituts von Québec (ISQ) haben 14 % der Québécois ab 15 Jahren in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert, gegenüber 17 % im Jahr 2025. Nachdem der Konsum in den ersten Jahren nach der Legalisierung zugenommen hatte, ist er nun wieder auf das Niveau von 2018 zurückgegangen, also vor der Öffnung des legalen Marktes.
Doch die Erfahrungen in Québec beschränken sich nicht nur auf einen Rückgang des Konsums. Die Provinz hat zudem einen legalen und regulierten Markt geschaffen, der Erwachsenen den Zugang zu kontrollierten Produkten ermöglicht und gleichzeitig dank eines öffentlichen Vertriebsnetzes einen Teil der Einnahmen aus dem Cannabishandel von den illegalen Kreisen abzieht.
Dies wirft Fragen zum französischen Modell auf, das Konsumenten weiterhin bestraft und gleichzeitig den Freizeitmarkt in den Händen der „Netzwerke“ belässt. Acht Jahre nach der Legalisierung in Québec: Welche Lehren könnte Frankreich aus dieser Erfahrung ziehen?
Der Cannabiskonsum ist wieder auf den Ausgangswert zurückgegangen
Als Kanada im Oktober 2018 Cannabis für den Freizeitkonsum legalisierte, standen die Befürchtungen hinsichtlich eines Anstiegs des Konsums standen im Mittelpunkt der Debatte. In Québec stieg der Konsum zunächst an und betraf im Jahr 2021 etwa 20 % der Bevölkerung. Dieser Trend hat sich jedoch umgekehrt.
Laut der Quebecer Cannabis-Umfrage von 2026 liegt der jährliche Konsum nun bei etwa 14 %, eine Zahl, die praktisch identisch mit der vor der Legalisierung ist.
Diese Umfrage, die zwischen Februar und Juli 2026 unter 17.369 Befragten durchgeführt wurde, zeigt zudem, dass der Cannabiskonsum bei weitem keine weit verbreitete Gewohnheit ist. Von denjenigen, die im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, haben 40 % weniger als einmal im Monat konsumiert, während 20 % es gelegentlich, 22 % regelmäßig und 18 % täglich konsumierten.
Das ISQ rät jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation des zwischen 2025 und 2026 beobachteten Rückgangs, da methodische Unterschiede die Ergebnisse beeinflusst haben könnten.
Der langfristige Trend bleibt jedoch signifikant: Die Legalisierung ging nicht mit einem anhaltenden Anstieg der Prävalenz des Cannabiskonsums einher.
Junge Quebecer konsumieren weniger Cannabis als vor der Legalisierung
Bei den 15- bis 20-Jährigen in Québec ist der jährliche Cannabiskonsumrate von 28 % im Jahr 2018 auf 18 % im Jahr 2026 zurückgegangen. Bei den 21- bis 34-Jährigen sank er von 29 % auf 25 %.
Bei den Erwachsenen ab 35 Jahren zeichnete sich ein umgekehrter Trend ab: Ihr Konsum stieg im gleichen Zeitraum von 8 % auf 11 %.
Eine Entwicklung ist jedoch besonders hervorzuheben: Das Vapen von Cannabis ist unter jungen Konsumenten nach wie vor besonders verbreitet. Im Jahr 2026 gaben 60 % der Cannabiskonsumenten im Alter von 15 bis 20 Jahren an, zu dampfen, gegenüber 24 % im Jahr 2019.
In Québec sind Cannabiskonsumenten Kunden.
In Québec dürfen Erwachsene im Alter von 21 Jahren und älter legal Cannabis bei der Société québécoise du cannabis (SQDC) kaufen und unter bestimmten Einschränkungen bis zu 30 Gramm in der Öffentlichkeit bei sich führen.
Der Ansatz in Québec ist keineswegs freizügig, da die Provinz eines der repressivsten Modelle des Landes eingeführt hat. Der Anbau zu Hause bleibt verboten, der Konsum in der Öffentlichkeit ist stark eingeschränkt und der Einzelhandel unterliegt einem staatlichen Monopol. Dennoch werden Erwachsene, die diese Regeln einhalten, nicht strafrechtlich verfolgt, nur weil sie legal erworbenes Cannabis besitzen.
Die von der SQDC verkauften Produkte müssen gesetzliche Standards hinsichtlich Produktion, Analysen, Verpackung und Kennzeichnung erfüllen. Die Konzentrationen von THC und CBD werden überprüft und auf der Verpackung angegeben, während sich die Qualitätskontrollen auf Schadstoffe wie Pestizide und Schimmelpilze.
Diese Schutzmaßnahmen machen Cannabis nicht harmlos. Sein Konsum birgt nach wie vor Gesundheitsrisiken, insbesondere bei Produkten mit hohem THC-Gehalt oder bei häufigem Konsum. Sie bieten jedoch Informationen und eine Überwachung, die in einer unregulierten Lieferkette fehlen.
Die Untersuchung aus Québec unterstreicht die Bedeutung dieses Themas: 26 % der Cannabiskonsumenten kannten die Zusammensetzung der von ihnen konsumierten Produkte hinsichtlich der Cannabinoide nicht. Die gesetzliche Regulierung schafft somit Möglichkeiten zur Verbraucherinformation und zur Risikominderung.
Der legale Verkauf von Cannabis entzieht den illegalen Netzwerken Einnahmen
Im Jahr 2026 bezogen etwa 72 % der Cannabiskonsumenten in Québec zumindest einen Teil ihres Bedarfs über die SQDC. Unter den Konsumenten ab 21 Jahren kauften 46 % ihr gesamtes Cannabis beim staatlichen Einzelhändler, während weitere 15 % dort zwischen der Hälfte und fast ihrem gesamten Bedarf deckten.
Weitere 21 % kauften kleinere Mengen bei der SQDC, sodass 18 % angaben, keinen Kauf bei dem staatlichen Einzelhändler getätigt zu haben.
Jeder Kauf über die regulierte Lieferkette generiert Einnahmen (5,4 Milliarden seit der Legalisierung), die nicht direkt an einen illegalen Cannabisverkäufer fließen.
Was Frankreich aus den Erfahrungen in Québec zum Thema Cannabisverbot lernen kann
Die neuesten verfügbaren nationalen Zahlen für Frankreich zeigen, dass 10,8 % der Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, obwohl Unterschiede hinsichtlich der Erhebungszeitpunkte, der Altersgruppen und des rechtlichen Status einen direkten Vergleich mit der in Québec beobachteten Zahl von 14 % verhindern.
Und auch wenn man anhand dieser Statistiken nicht sagen kann, dass der Cannabiskonsum in Québec geringer ist als in Frankreich, erinnert uns die Studie des ISQ daran, dass Québec über einen regulierten Cannabismarkt, geprüfte Produkte, einen legalen Zugang für Erwachsene und einen erheblichen Anteil an Konsumenten verfügt, die sich über zugelassene Kanäle versorgen.
Der Gesamtkonsum ist in etwa auf das Niveau vor der Legalisierung zurückgegangen, während der gemeldete Konsum bei den jüngeren Generationen zurückgegangen ist, wodurch gleichzeitig ein großer Teil der illegalen Einnahmen aus dem Cannabishandel in einen legalen Sektor umgeleitet wurde. Das sind genau die drei Säulen, auf denen das kanadische Cannabisgesetz beruht.
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