Medizinisches Cannabis nun auch auf Inlandsflügen in den USA erlaubt
US-Reisende können nun mit medizinischem Cannabis fliegen, da die Transportation Security Administration (TSA) in aller Stille ihre Regeln für den Transport dieser Substanz aktualisiert hat, auch wenn die genauen Details noch unklar sind.
Seit Ende April weist die TSA offiziell darauf hin, dass Passagiere auf Inlandsflügen mit medizinischem Cannabis reisen dürfen, und zwar sowohl im Handgepäck als auch im aufgegebenen Gepäck. Diese Änderung, die ohne offizielle Ankündigung veröffentlicht wurde, ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung der Bundespolitik unter der Trump-Regierung, die kürzlich die Klassifizierung von medizinischem Cannabis auf nationaler Ebene geändert hat.
Doch trotz dieses scheinbaren grünen Lichts wird die TSA-Meldung von erheblichen Vorbehalten begleitet und lässt Reisende mit einer großen Rechtsunsicherheit zurück.
Eine Aktualisierung der Politik im Zusammenhang mit der bundesweiten Neueinstufung
Laut mehreren Berichten hat die TSA ihre Richtlinien am 27. April aktualisiert. Die neue Formulierung bestätigt, dass „medizinisches Cannabis“ durch die Sicherheitskontrollen der Flughäfen transportiert werden kann, obwohl die Agentur keine Einzelheiten zu Mengenbegrenzungen oder spezifischen Dokumentationsanforderungen angibt.
Diese Aktualisierung folgt auf die Entscheidung der Trump-Regierung, medizinisches Cannabis von Kategorie I in Kategorie III umzustufen. Bei Substanzen der Kategorie I wird davon ausgegangen, dass sie keine anerkannte medizinische Verwendung haben, während bei Medikamenten der Kategorie III ein medizinischer Wert und ein geringeres Missbrauchsrisiko anerkannt werden.
Der amtierende Generalstaatsanwalt der USA, Todd Blanche, unterzeichnete das Dekret zur Neueinstufung am 23. April, nur wenige Tage vor der Änderung der TSA-Website.
Obwohl diese Neueinstufung Cannabis auf Bundesebene nicht vollständig legalisiert, stellt sie einen bedeutenden Fortschritt bei der Anpassung der Bundespolitik an die Realität vor Ort dar: medizinisches Cannabis ist nun in 40 Bundesstaaten und in Washington, D.C. legal.
„Die Sicherheitsbeamten der TSA suchen nicht nach illegalen Drogen“
In der aktualisierten Erklärung der TSA wird betont, dass ihre Aufgabe nicht die Bekämpfung des Drogenhandels, sondern die Flugsicherheit ist. Die Agentur schreibt:
„Die Kontrollverfahren der TSA sind sicherheitsorientiert und darauf ausgelegt, potenzielle Bedrohungen für die Luftfahrt und die Passagiere zu erkennen.“
Sie fügt hinzu:
„Dementsprechend suchen die Sicherheitsbeamten der TSA nicht nach illegalen Drogen, aber wenn bei einer Sicherheitskontrolle eine illegale Substanz oder Beweise für eine kriminelle Aktivität gefunden werden, wird die TSA den Fall an einen Beamten der Strafverfolgungsbehörden weiterleiten.“
Diese Formulierung stellt einen wichtigen Punkt klar: Die TSA-Beamten suchen nicht aktiv nach Cannabisprodukten. Wenn sie diese jedoch bei einer Routinekontrolle finden, können sie trotzdem eine Intervention der Strafverfolgungsbehörden auslösen.
Für Reisende bleibt eine Grauzone bestehen
Obwohl die TSA nun ausdrücklich medizinisches Cannabis erwähnt, legt sie nicht fest, wie viel Cannabis ein Passagier mit sich führen darf oder was ein akzeptabler Nachweis für seinen medizinischen Status ist. Sie betont außerdem, dass die endgültige Entscheidung in den Händen des Kontrollbeamten bleibt.
Dies schafft eine rechtliche Grauzone für Reisende, selbst wenn sie zwischen zwei Staaten reisen, in denen Cannabis legal ist.
Wie SFGATE berichtet, hängt das Ergebnis oft von der örtlichen Gerichtsbarkeit ab. Wenn ein Passagier den Strafverfolgungsbehörden gemeldet wird, kann die eingeschaltete Behörde die Regeln des Bundesstaates, die Bundesregeln oder eine Mischung aus beiden anwenden.
Die Frage wird angesichts des Aufschwungs von bundesweit legalen Hanfprodukten wie Vape Pen und Dedibles noch komplizierter.
Kleine Mengen werden selten strafrechtlich verfolgt
Von SFGATE befragte Strafverteidiger berichten, dass Reisende, die kleine Mengen Cannabis mit sich führen, selten strafrechtlich verfolgt werden, insbesondere auf Inlandsflügen.
Bei größeren Mengen steigt das Risiko jedoch stark an. Ein Anwalt aus San Francisco, Neil Hallinan, berichtete von einem Fall, bei dem es um 11 kg Cannabis ging. Obwohl der Fall schließlich eingestellt wurde, nachdem der Mandant eine medizinische Verwendung nachgewiesen hatte, zeigt dieser Vorfall, dass es immer wieder zu Verhaftungen am Flughafen kommt.
Hallinan soll gewarnt haben, dass das Mitführen von mehr als einer Unze Blüten (28 Gramm) besonders riskant ist, während essbare Produkte weniger Aufmerksamkeit erregen können.
Internationale Reisen bleiben extrem gefährlich
Während die nationalen Vorschriften immer lockerer werden, bleiben internationale Reisen eine Hochrisikozone. Wie SFGATE feststellt, wurden Amerikaner im Ausland wegen Cannabisbesitzes in Ländern wie Russland und Indonesien festgenommen, einschließlich Bali, wo die Drogengesetze extrem streng sein können. Einschließlich in Europa scheinen einige Amerikaner noch immer überrascht, dass sie nicht mit Cannabis im Flugzeug reisen können.
Mit anderen Worten: Die neuen Richtlinien der TSA können Patienten, die in den USA medizinisches Cannabis verwenden, bis zu einem gewissen Grad beruhigen. Sie stellen jedoch keinen Freifahrtschein für Reisen mit Cannabis dar, geschweige denn für das Überschreiten der US-Grenzen. Auf Inlandsflügen innerhalb eines Staates, in dem Cannabis legal ist, ist die Mitnahme kleiner Mengen in der Regel kein Problem.
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