Deutschland importierte im ersten Quartal 2026 mehr als 50 Tonnen medizinisches Cannabis
Deutschland zeigt wieder einmal, wie groß sein Markt für medizinisches Cannabis ist. Nach den kürzlich vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichten Zahlen hat das Land allein im ersten Quartal 2026 mindestens 50.539 Tonnen medizinische Cannabisprodukte importiert, wie das ICBC berichtet.
Zusammen mit den in den drei vorangegangenen Quartalen verzeichneten Importen hat Deutschland in einem Zeitraum von 12 Monaten mehr als 218 Tonnen medizinisches Cannabis eingeführt und damit seine Position als größter legaler Cannabismarkt in Europa und als weltweit wichtigstes Ziel für importierte medizinische Cannabisprodukte bestätigt.
Ein Markt von beispielloser Größe in Europa
Die neuesten vom BfArM veröffentlichten Zahlen verdeutlichen das außerordentliche Wachstum des deutschen Marktes, seit medizinisches Cannabis seit 2017 in Apotheken erhältlich ist. Was einst ein relativ begrenztes Patientenzugangsprogramm war, hat sich zu einer reifen und hochgradig internationalisierten Industrie entwickelt, die von Produzenten aus der ganzen Welt beliefert wird.
Unter den Ländern, die den deutschen Markt beliefern, behält Kanada seine führende Position. Die kanadischen Produzenten haben Jahre damit verbracht, ihre Exportkapazitäten aufzubauen und die für den Zugang zu den europäischen Pharmamärkten erforderlichen behördlichen Zertifizierungen zu erhalten.
Das Ausmaß der deutschen Importe ist noch auffälliger, wenn man sie mit denen anderer europäischer Länder vergleicht. Das Vereinigte Königreich, das allgemein als der zweitgrößte Markt für medizinisches Cannabis in Europa gilt, importierte 2025 etwa 30 Tonnen medizinische Cannabisprodukte. Das jährliche Volumen der deutschen Importe ist damit um ein Vielfaches höher.
Während Importe weiterhin der Eckpfeiler des deutschen Marktes sind, spielt die nationale Kultur eine immer wichtigere Rolle. Mit der Verabschiedung des deutschen Cannabisgesetzes (CanG) im Jahr 2024 wurden die Produktionsquoten abgeschafft, die zuvor den kommerziellen Anbau im Land eingeschränkt hatten. Seitdem ist die nationale Produktionskapazität stetig gestiegen und ermöglicht es lokalen Produzenten, einen wachsenden Anteil der Patientennachfrage zu befriedigen.
Diese Ausweitung des deutschen Anbaus könnte zum Teil erklären, warum die Importe im ersten Quartal 2026 unter den revidierten Zahlen lagen, die Ende 2025 verzeichnet wurden. Da die lokale Cannabisproduktion gestiegen ist, kann ein Teil der Nachfrage, die zuvor von importierten Produkten abhängig war, nun auf dem heimischen Markt befriedigt werden.
Neue Zugangswege
Die deutschen Cannabisreformen haben auch neue legale Wege eröffnet, die Erwachsenen den Zugang zu Cannabis ermöglichen. Ab April 2024 ist es Erwachsenen erlaubt, bis zu drei Cannabispflanzen zu Hause anzubauen. Obwohl es keine offiziellen Daten darüber gibt, wie viele Patienten, die Cannabis zu medizinischen Zwecken verwenden, diesen Weg gewählt haben, ist es wahrscheinlich, dass einige Menschen ihre Einkäufe in der Apotheke nun durch ihren eigenen Anbau ergänzen oder ersetzen.
Der rechtliche Rahmen des Landes erlaubt auch die Gründung von gemeinnützigen Cannabisanbauvereinen, die gemeinhin als „Cannabis Clubs“ bezeichnet werden. Seit Juli 2024 dürfen diese Vereinsorganisationen unter Einhaltung strenger Vorschriften Cannabis anbauen und an ihre registrierten Mitglieder verteilen.
Deutschland hat bereits über 430 Anbauvereine im ganzen Land zugelassen. Obwohl die genauen Auswirkungen des heimischen Anbaus und der Cannabisvereine auf den Verkauf von medizinischem Cannabis unklar sind, tragen beide Entwicklungen zu einem vielfältigeren Cannabis-Ökosystem bei.
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