„Support. Don’t Punish 2026“: Ein weltweiter Aufruf, Repression durch Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu ersetzen
Am 26. Juni 2026 werden Aktivisten, Organisationen zur Risikominderung, Fachkräfte im Gesundheitswesen und von der Drogenpolitik betroffene Menschen weltweit erneut am globalen Aktionstag „Support. Don’t Punish teil.
Diese 2013 ins Leben gerufene internationale Kampagne setzt sich für eine Drogenpolitik ein, die auf der öffentlichen Gesundheit, den Menschenrechten und der Risikominderung als auch auf Kriminalisierung und Repression.
Was ursprünglich nur eine relativ bescheidene Initiative war, hat sich zu einer dezentralen globalen Bewegung entwickelt, an der Hunderte von Städten auf mehreren Kontinenten beteiligt sind. Durch Demonstrationen, öffentliche Debatten, künstlerische Veranstaltungen und Lobbyarbeit versuchen lokale Gruppen, strafrechtliche Ansätze im Drogenbereich in Frage zu stellen und gleichzeitig evidenzbasierte Alternativen zu fördern.
Nach Angaben der Kampagnenorganisatoren ist die Mobilisierung in diesem Jahr angesichts des aktuellen politischen Klimas besonders wichtig. Während mehrere Länder in den letzten Jahren Reformen eingeführt haben, kehren viele Regierungen gleichzeitig zu strengeren repressiven Maßnahmen und zunehmend strafenden Reaktionen auf den Drogenkonsum zurück.
Die Kampagne warnt vor den Folgen der Kriminalisierung
Im Vorfeld des Aktionstages 2026 haben die Organisatoren das hervorgehoben, was sie als Misserfolge des globalen Prohibitionsmodells bezeichnen. In einer am 23. Juni veröffentlichten Pressemitteilung führte die Kampagne mehrere Gründe auf, warum die Kriminalisierung in Frage gestellt werden sollte.
„Support. Don’t Punish“ argumentiert, dass repressive Maßnahmen zu Masseninhaftierungen, unverhältnismäßigen Haftstrafen und zunehmender sozialer Ausgrenzung beitragen. Die Kampagne weist zudem auf eine Zunahme von Hinrichtungen im Zusammenhang mit Drogendelikten in bestimmten Regionen der Welt hin und stellt fest, dass der Drogenkonsum trotz jahrzehntelanger repressiver Politik weiter zunimmt.
Vertreter der Kampagne betonen zudem, dass die Kriminalisierung den Drogenkonsum in den Untergrund treibt und dadurch den Zugang der Betroffenen zu Gesundheitsversorgung, Therapien und Begleitdiensten erschwert. Sie weisen zudem darauf hin, dass strafrechtliche Ansätze die Gesundheitsrisiken erhöhen, insbesondere Überdosierungen und die Übertragung von Infektionskrankheiten.
Ein weiteres Anliegen sind die Auswirkungen der Kriminalisierung auf schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen. Der Kampagne zufolge treffen repressive Maßnahmen marginalisierte Gemeinschaften unverhältnismäßig stark und tragen zur Stigmatisierung von Drogenkonsumierenden bei.
Risikominderung im Mittelpunkt der Debatte
Die zentrale Botschaft der Kampagne bleibt die Förderung von Strategien zur Risikominderung. Ihre Befürworter betonen, dass sich diese Ansätze als wirksam erwiesen haben, um Todesfälle durch Überdosierung zu reduzieren, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen und den Zugang zu Gesundheitsdiensten zu verbessern.
Die Bewegung kritisiert zudem das ihrer Ansicht nach unausgewogene Verhältnis bei den öffentlichen Ausgaben. Während Regierungen erhebliche Mittel für Polizei und Strafverfolgung bereitstellen, müssen Programme zur Risikominderung oft mit begrenzten finanziellen Mitteln auskommen. Die Organisatoren sind der Ansicht, dass die Umschichtung eines Teils dieser Mittel in das Gesundheitswesen zu besseren Ergebnissen im sozialen Bereich und im Bereich der öffentlichen Gesundheit führen könnte.
Zu den von der Kampagne geforderten Reformen gehören die Entkriminalisierung von Drogenkonsumierenden, die Reduzierung unverhältnismäßiger Strafen für Drogendelikte und die vollständige Abschaffung der Todesstrafe für Drogendelikte.
Wie es in der Erklärung der Kampagne heißt: „Drogenkonsumenten dürfen nicht länger kriminalisiert werden.“
Die Kampagne fordert die Regierungen zudem auf, dafür zu sorgen, dass die für die Drogenpolitik bereitgestellten Mittel die Gesundheitsdienste und Initiativen zur Risikominderung angemessen unterstützen.
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