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Was wäre, wenn CBD die Wirkung von THC verstärken würde? Eine umfassende Analyse stellt ein weit verbreitetes Vorurteil in Frage

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Laut einer Studie verstärkt CBD die Wirkung von THC
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CBD könnte eine weniger vorhersehbare Wirkung auf THC haben, als allgemein angenommen wird.

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Eine neue Metaanalyse, die von Forschern des Centre hospitalier de l’Université de Montréal durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass die gleichzeitige Einnahme beider Cannabinoide die Menge an THC und vor allem an dessen aktivem Metaboliten, dem 11-OH-THC, im Blut erhöhen.

Die in Neuroscience and Biobehavioral Reviews veröffentlichte Studie fasst die Daten von 14 klinischen Studien mit 341 Teilnehmern zusammen. Ihr Ziel war es, festzustellen, ob die Kombination aus CBD und THC die Pharmakokinetik von THC verändert, also die Art und Weise, wie es vom Körper aufgenommen, umgewandelt und ausgeschieden wird.

Die Ergebnisse bedeuten jedoch nicht, dass CBD die Produkte systematisch stärker macht. Die Forscher betonen vielmehr die Grenzen der verfügbaren Daten. Sie stellen jedoch eine weit verbreitete Vorstellung in Frage: nämlich dass es ausreiche, den CBD-Anteil im Verhältnis zu THC zu erhöhen, um die unerwünschten Wirkungen von THC zu verringern.

Eine erhöhte THC-Exposition, aber nicht unbedingt ein höherer Spitzenwert

In ihrer Analyse beobachteten die Forscher keinen statistisch signifikanten Anstieg des Spitzenwerts der THC-Konzentration im Blut, der als Cmax bezeichnet wird. Das Gesamtergebnis reichte daher nicht aus, um zu folgern, dass CBD systematisch einen stärkeren Anstieg des THC-Spiegels im Blut bewirkt. Der Grad der Sicherheit dieser Beobachtung wurde zudem als sehr gering eingestuft.

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Dagegen war ein anderer pharmakokinetischer Indikator, die AUCt, die der Gesamtexposition gegenüber THC über einen bestimmten Zeitraum entspricht, signifikant höher, wenn CBD gleichzeitig verabreicht wurde.

Das Verhältnis der Mittelwerte deutet auf eine um etwa 31 % höhere Exposition in den Gruppen hin, die THC zusammen mit CBD erhielten. Dieses Ergebnis hielt einer Sensitivitätsanalyse stand, mit der der Einfluss bestimmter geschätzter oder fehlender Daten überprüft werden sollte. Dennoch stufen die Autoren den Grad der Evidenz auch hier als sehr gering ein.

Mit anderen Worten: CBD scheint nicht zwangsläufig zu einer deutlich höheren THC-Spitzenkonzentration zu führen, könnte jedoch die Gesamtbelastung durch THC verlängern oder erhöhen.

11-OH-THC im Mittelpunkt der Ergebnisse

Vor allem im Hinblick auf 11-OH-THC, den wichtigsten aktiven Metaboliten von THC, fallen die Ergebnisse deutlicher aus.

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Die Metaanalyse stellt einen signifikanten Anstieg sowohl seines Spiegelhöchstwerts im Blut als auch seiner Gesamtexposition fest, wenn CBD und THC gemeinsam verabreicht werden. Für die Cmax von 11-OH-THC beträgt das Verhältnis der Mittelwerte 1,468, während es für die AUCt 1,996 erreicht. Die Forscher stuften diese beiden Ergebnisse als mittleres Sicherheitsniveau ein.

Das Phänomen scheint zudem mit der CBD-Dosis zusammenzuhängen. Subgruppenanalysen zeigen insbesondere stärkere Effekte bei Dosen von 100 mg oder mehr. Die Metaregression bestätigt einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der verabreichten CBD-Menge und den 11-OH-THC-Konzentrationen im Blut.

Diese Beobachtung ist besonders interessant für oral eingenommene Produkte. Wenn ein THC-haltiges Produkt eingenommen wird, spielt die Leber eine wichtige Rolle bei dessen Verstoffwechselung und produziert mehr 11-OH-THC als nach der Inhalation. Dieser Metabolit ist jedoch selbst psychoaktiv und könnte ebenso stark oder sogar stärker wirken als THC, auch wenn seine Wirkungen bisher weitaus weniger untersucht wurden.

Warum CBD den Stoffwechsel von THC verändern könnte

Die Forscher schlagen eine pharmakokinetische Erklärung vor. Das CBD kann bestimmte Leberenzyme der Familie der Cytochrom-P450-Enzyme, insbesondere CYP2C9 und CYP2C19. Diese Enzyme sind am Stoffwechsel von THC und 11-OH-THC beteiligt.

Indem es deren Aktivität hemmt, könnte CBD somit die Geschwindigkeit beeinflussen, mit der diese Moleküle umgewandelt und ausgeschieden werden, und so deren Verbleib im Blutkreislauf begünstigen. Dieser Mechanismus war bereits in früheren Arbeiten vermutet worden und scheint mit mehreren Ergebnissen vereinbar zu sein, die in die neue Metaanalyse einbezogen wurden.

Eine der in die Übersichtsarbeit einbezogenen Studien liefert insbesondere ein besonders deutliches Beispiel: Eine orale Dosis von 640 mg CBD in Kombination mit 20 mg THC erhöhte die Plasmakonzentrationen von THC und 11-OH-THC, einhergehend mit Veränderungen der Aktivität von Enzymen, die am Stoffwechsel bestimmter Medikamente beteiligt sind.

Diese Ergebnisse spiegeln eine im Jahr 2024 veröffentlichte Studie wider, die bereits ein ähnliches Phänomen aufgezeigt hatte. In dieser randomisierten Studie mit 37 Probanden wurde eine hohe CBD-Dosis (450 mg) in Kombination mit 9 mg THC mit einer Zunahme der von den Teilnehmern berichteten psychoaktiven Wirkungen in Verbindung gebracht, während Dosen von 10 und 30 mg CBD das Erlebnis nicht signifikant veränderten.

Bereits im Jahr 2022 befasste sich eine weitere Studie mit der Frage, ob CBD tatsächlich die unerwünschten Wirkungen von THC wie Paranoia und Gedächtnisverlust abschwächt, fand jedoch nur wenige Belege für diese Theorie.

Die neue Metaanalyse wirft jedoch ein anderes Licht auf die Sache: Durch die Zusammenfassung von 14 klinischen Studien legt sie nahe, dass sich die Wechselwirkung teilweise durch eine Veränderung der Pharmakokinetik von THC und eine stärkere Anreicherung von 11-OH-THC im Blut erklären ließe. Beide Studien stimmen somit in einem Punkt überein, ohne jedoch die Aussage zuzulassen, dass CBD die Wirkung von THC systematisch verstärkt: Die Dosis und der Konsumkontext scheinen entscheidend zu sein, und es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um Schwankungen der Blutkonzentrationen genau mit den empfundenen Wirkungen in Verbindung zu bringen.

Keine endgültige Schlussfolgerung zu den empfundenen Wirkungen

Dies ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt, den es zu beachten gilt: Eine höhere Blutkonzentration allein reicht nicht aus, um die Intensität oder Dauer der empfundenen Wirkungen genau zu bestimmen.

Die Autoren weisen darauf hin, dass in einigen der Studien, in denen die höchsten oralen CBD-Dosen verabreicht wurden, in den Gruppen, die beide Cannabinoide erhielten, auch mehr subjektive, psychomotorische oder kognitive Wirkungen beobachtet wurden. Die Metaanalyse ist jedoch nicht darauf ausgelegt, den Zusammenhang zwischen den beobachteten Blutkonzentrationen und den Verhaltensauswirkungen oder unerwünschten Wirkungen genau zu ermitteln.

Die Ergebnisse sind daher mit Vorsicht zu interpretieren. Die analysierten Studien weisen eine hohe Heterogenität auf, mit unterschiedlichen Dosierungen, Formulierungen, Verabreichungsweisen und Konsumentenprofilen. Ein erheblicher Teil der Arbeiten wies zudem ein hohes Verzerrungspotenzial auf.

Eine weitere Einschränkung: Die Studien untersuchten hauptsächlich eine einmalige Verabreichung. Viele Menschen nehmen CBD jedoch täglich ein, was zu einer anderen pharmakokinetischen Situation führen könnte. Die Forscher fordern daher umfangreichere klinische Studien, die die tatsächlichen Anwendungsbedingungen besser widerspiegeln und insbesondere die chronische Einnahme von CBD berücksichtigen.

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